Anderer Blick auf den Hauptbahnhof

Tag der Bahnhofsmission im Hagener Hauptbahnhof: Viele Ehrenamtliche engagieren sich für die Einrichtung.
Tag der Bahnhofsmission im Hagener Hauptbahnhof: Viele Ehrenamtliche engagieren sich für die Einrichtung.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Beim Tag der Bahnhofsmission in Hagen steht der Blick der Kunden auf den Hauptbahnhof im Mittelpunkt.

Hagen.. Aus den Lautsprechern des Hauptbahnhofs ertönt die Durchsage, dass ein Zug einfährt. Ein paar Reisende hetzen mit ihren Koffern die Treppen hoch. Es wird gedrängelt und ein wenig gestoßen.

Auch Helmut Berner ist auf dem Weg zum Bahnsteig. Aber er hat dabei keine Eile und gibt auch keine Acht auf die Informationen über die nächsten Reisemöglichkeiten. Sein Ziel ist die Bahnhofsmission auf Bahnsteig 8/10. Mit Handschlag wird er hier begrüßt, und man kommt schnell ins Gespräch. Berner setzt sich an den hinteren der drei Tische – an seinen „Stammtisch“, wie er sagt – lehnt sich zurück und bekommt einen Kaffee gebracht. Man plaudert über dies und das und vergisst die Hektik auf dem Bahnsteig. „Die Leute, die woanders auf dem Abstellgleis stehen, kommen hier rein und werden so freundlich behandelt, dass sie ihre Sorgen erstmal vergessen“, erzählt Helmut Berner und nippt an seinem Kaffee.

Andere Sichtweisen

Am Samstag fand der Tag der Bahnhofsmission unter dem Motto „Blickwechsel – Perspektiven auf den Bahnhof“ statt. Ziel war es, den Bahnhof aus anderen Sichtweisen zu zeigen. Neben einer Bahnhofsrallye und Kaffee und Waffeln standen hierbei die Gespräche im Vordergrund. 25 Ehrenamtliche arbeiten hier unter der hauptamtlichen Leitung von Ilona Ladwig-Henning und helfen an allen Ecken. Die vielseitigen Tätigkeiten der Bahnhofsmission erstrecken sich von Umsteighilfe über Reisebegleitung bis hin zu seelsorgerischen Diensten und Soforthilfe im Bahnhofsbereich.

Ein wichtiger Aufgabenbereich der Bahnhofsmission ist es, zur Mobilität der Menschen beizutragen. Manchmal wird bei einem schweren Koffer oder beim Reisen mit Rollator geholfen und manchmal begleiten die Ehrenamtlichen auch die gesamte Reise. Uwe Biedermann arbeitet seit eineinhalb Jahren ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission und hilft regelmäßig als Reisebegleitung. „Gestern bin ich nach Bielefeld gefahren und habe dort einen elfjährigen Jungen abgeholt, und morgen bringe ich ihn wieder zurück“, erklärt er mit einem Lächeln im Gesicht.

Der Junge verbringt das Wochenende bei seinem Vater in Hagen, und den Eltern ist es wichtig zu wissen, dass ihr Kind sicher ankommt. „Auf Anfrage holen wir die Gäste direkt am Taxistand oder am Busbahnhof ab und organisieren auch Umstiege. Wenn wir nicht persönlich mitreisen, informieren wir Bahnhofsmissionen in anderen Städten, die den Fahrgast dann direkt in Empfang nehmen“, erklärt Dieter Sochau.

Wichtige Unterstützung

Die Mitarbeiter der Bahnhofsmission versuchen ihren Gästen in jeder Hinsicht zu helfen und machen dabei keinen Unterschied, ob jemand mit gebügeltem Anzug oder zerrissener Jeans zu ihnen kommt.

„Im Winter ist es das Wichtigste, dass man dort etwas Warmes zu trinken bekommt und sich aufwärmen kann“, verrät Thorsten Prinz, der sich über die tägliche Hilfsbereitschaft der Ehrenamtlichen freut.

Auch Martin P. geht regelmäßig in die Bahnhofsmission und hat dort schon oft wichtige Unterstützung bei privaten Problemen gefunden. Er nimmt die Hilfe nicht als selbstverständlich hin und zeigt offen seine Anerkennung: „Ich spreche meinen großen Dank aus für die Arbeit, die dort geleistet wird.“ Die gegenseitige Achtung und der Respekt sind auf beiden Seiten spürbar, und so erklärt Einrichtungsleiterin Ladwig-Henning, dass es so gut wie nie zu Unannehmlichkeiten kommt.