Amerikaner übernimmt die Regie im Hammer

Daniel Sullivan (links) löst Dirk Klauke (rechts) als Kulturmanager im Hasper Hammerab. Der geschäftsführende Vorstand Udo Schmalz, Ute Krommes und Lothar Rakow hofft auf gute Zusammenarbeit mit „dem Neuen“.Foto:Yvonne Hinz
Daniel Sullivan (links) löst Dirk Klauke (rechts) als Kulturmanager im Hasper Hammerab. Der geschäftsführende Vorstand Udo Schmalz, Ute Krommes und Lothar Rakow hofft auf gute Zusammenarbeit mit „dem Neuen“.Foto:Yvonne Hinz
Was wir bereits wissen
Daniel Sullivan, 45-jähriger Amerikaner, der seit einem Jahr in Gevelsberg lebt, wird neuer Kulturmanager im Hasper Hammer

Haspe.. Von Minneapolis nach Haspe hat es Daniel Sullivan verschlagen – wenn auch mit Zwischenstopps in Texas, Düsseldorf und Dortmund. Der 45-jährige Amerikaner, der seit einem Jahr in Gevelsberg lebt, wird neuer Kulturmanager im Hasper Hammer. Er löst damit Dirk Klauke ab, der nach 13 Jahren auf eigenen Wunsch zum Parktheater Iserlohn wechselt. Ab 1. August wird Sullivan der Neue im Kulturzentrum sein und in Kooperation mit dem Vorstand die Hasper-Hammer-Geschäfte leiten.

„Als Besucher war ich schon ein paar Mal im Hammer“, erzählt der kulturaffine Mann, der sich dem Genre Kabarett besonders gern widmet und sich freut, dass gerade mit der Musik-Kabarettistin Nessi Tausendschön die neue Saison am 5. September eröffnet wird.

Seit 2005 in Deutschland

Der beinahe perfekt Deutsch sprechende Sullivan verfügt über eine langjährige Erfahrung im kulturellen Management. Er war acht Jahre als Vertreter der Geschäftsführung im Opernhaus in Galveston/ Texas tätig, kam vor knapp elf Jahren als Veranstaltungsorganisator ans Tanzhaus NRW in Düsseldorf und übernahm 2009 als Disponent das künstlerische Betriebsbüro im Theater Dortmund, von dem er nun direkt in den Hammer wechselt.

Was ihn an seiner neuen Stelle reizt? „Die Kombination aus Kultur und Wirtschaft – das spiegelt ja auch schon der Begriff ,Kulturmanager’ wider“, betont Sullivan.

Kunst und Kultur seien wichtig und wunscherschön, müssten heute aber mehr denn je finanziell stabiler aufgestellt sein.

Den Ablauf im Hammer kundenfreundlicher gestalten

In Amerika werden Theater, Opernhäuser und Kleinkunstbühnen ausschließlich privat geführt, „deshalb haben dort Marketing und Sponsoring zwangsläufig einen höheren Stellenwert“, blickt der 45-Jährige zurück. „In den USA zählt nur der Ticketverkauf, das Haus muss möglichst jeden Tag rappelvoll sein. Natürlich bleibt dabei häufig der künstlerische Aspekt auf der Strecke.“

Diese Problematik kennt Sullivan auch aus Deutschland, wo etliche Kultureinrichtungen zwar städtisch geleitet bzw. finanziell unterstützt werden, die Sparschrauben aber immer weiter angezogen werden. Sullivan ist sich bewusst, dass er auch im Hammer Künstleragent und Banker in einer Person sein muss und versichert, dass er „bereit sei, diesen Spagat einzugehen“.

Die Arbeit der freien Theatergruppen, die den Hammer oftmals als „Heimspielstätte“ ansehen, findet Sulivan spannend, genau wie die Einbeziehung von Schulen.

Erklärte Ziele? „Ich will den Fokus mehr auf die Besucher lenken, den Ablauf hier im Hammer kundenfreundlicher gestalten.“ Konkret: Der Kartenverkauf soll vereinfacht werden. So sollen Tickets demnächst auch vor und nach Veranstaltungen gekauft werden können. Bislang wurden nur mittwochs zwischen 10 und 19 Uhr Karten ausgegeben.