Das aktuelle Wetter Hagen 8°C
Musik

Am Hagener Theater dachte Edda Moser ans Aufhören - Biografie der Sopranistin

04.04.2013 | 13:15 Uhr
Am Hagener Theater dachte Edda Moser ans Aufhören - Biografie der Sopranistin
Edda Moser und Claus Nöske in einer "Wiener-Blut"-Inszenierung aus der Spielzeit 1963/64.Foto: Theater Hagen

Hagen.   Bevor Edda Moser zum Weltstar avancierte, war sie zwei Spielzeiten lang am Theater in Hagen engagiert. 50 Jahre ist das mittlerweile her. Das intrigante Gehabe hinter den Kulissen habe ihr zu schaffen gemacht, erinnert sie sich. Diese bittere Erfahrung und vieles mehr hat die Sopranistin (74) in ihrer Biografie „Ersungenes Glück“ aufgeschrieben.

Sie hat mit Luciano Pavarotti, Placido Domingo und Nicolai Gedda auf der Bühne gesungen. Sie ist eine lebende Legende. Und doch wäre ihre Karriere beinahe gescheitert. Denn als Edda Moser Mitte der 60er Jahre ein Engagement am Hagener Theater hatte, wollte sie aufgeben. Ständig sei sie von den Alteingesessenen des Ensembles gekränkt und brüskiert worden: „Damals dachte ich: Ich bin dem Ganzen einfach nicht gewachsen. Also sagte ich mir: Ich lasse das Ganze, ich höre auf.“

Das schreibt Edda Moser (74), eine der größten Sopranistinnen und gewiss auch eine der größten Diven des 20. Jahrhunderts, in ihrer Biografie „Ersungenes Glück“. Mit ihrer Paraderolle, der „Königin der Nacht“ aus Mozarts Zauberflöte, wurde sie weltberühmt, sie sang an der Met in New York, der Scala in Mailand und der Staatsoper in Wien. Aber ihre Anfängerjahre führten sie von 1963 bis 1965 mit einem 800-Mark-Vertrag eben auch nach Hagen, wo sie wichtige Erfahrungen sammelte und den Theateralltag kennen lernte.

Schlechte Erfahrungen mit dem damaligen Kapellmeister

Die „Latrinen-Callas“ wurde sie damals genannt, weil sie sogar auf dem Klo übte, denn Edda Moser war auf eine außergewöhnliche Weise demütig, diszipliniert, ehrgeizig und fleißig. Das mag auch der Grund dafür gewesen sein, dass sie ihren Entschluss widerrief und ihre Karriere trotz der schlechten Erfahrungen, die sie mit dem damaligen Ersten Kapellmeister Heinz Rockstroh in Hagen gemacht hatte, fortsetzte.

Eine Gesangsprofessorin mit Humor: Edda Moser stellt bei Lesungen ihre spannende Biografie vor. Foto: WR

Und als es drauf ankam, war sie da. In den entscheidenden Momenten ihres Lebens, beim Vorsingen vor Hans Werner Henze, Herbert von Karajan oder Met-Manager Rudolf Bing, bewies sie heiligen Mut und eiserne Nerven. „Das ist deine Chance, nutze sie“, habe sie sich stets vorgehalten, erinnert sich Edda Moser. Mittelmaß akzeptierte sie nicht, mit unbeirrbarer Geradlinigkeit feilte sie an ihrer Stimme und ihrer Laufbahn und erfuhr „diese beglückende Einsamkeit, diese Gnade, auf der Bühne zu stehen und zu singen. Wenn ich ganz eins wurde mit der Musik und dem darzustellenden Charakter – das war reine Seligkeit.“ Zum beruflichen gesellte sich allerdings kein privates Glück, sie habe eine verkorkste Ehe geführt, gestand die heutige Gesangsprofessorin erst kürzlich während einer Lesung aus ihrem Buch.

  1. Seite 1: Am Hagener Theater dachte Edda Moser ans Aufhören - Biografie der Sopranistin
    Seite 2: Schwere Zeit für Edda Moser nach dem Abtritt von der Bühne

1 | 2


Kommentare
Aus dem Ressort
Siebenjährige auf Alexanderstraße von Mercedes erfasst
Unfall
Eine Siebenjährige kommt aus einem Haus in Hagen an der Alexanderstraße und entdeckt auf der anderen Straßenseite ihre Oma. Die Großmutter warnt ihr Enkelkind, doch das junge Mädchen will trotzdem die viel befahrene Straße überqueren - und wird auf der Fahrbahn von einem Mercedes erfasst.
Ab Samstag neun Tage Osterkirmes-Spaß auf dem Höing
Tradition
Noch zweimal schlafen, dann ist es so weit: Am Samstag, 19. April, startet zum 54. Mal die traditionsreiche Osterkirmes auf dem Otto-Ackermann-Platz. Sie wird um 14 Uhr eröffnet. Am Mittwoch ist Familientag.
Entscheidung über Aktiendeal unter Zeitdruck
RWE-Paket
Wird die Stadt Hagen ihre Vorkaufsrechtskarte hinsichtlich der bislang von der RWE gehaltenen Aktien an der Enervie AG zücken? Um diese Frage politisch zu beantworten, müssen die Fraktionen jetzt unter höchstem Zeitdruck entscheiden.
Schule soll in Obernahmer bleiben
Bildung
Der Schulausschuss hat die Forderung der Bezirksregierung Arnsberg, die Förderschule Wilhelm Busch am Standort Obernahmer in Hohenlimburg aufzugeben, zurückgewiesen.
Feinstaub-Belastung in Hagen an 22 Tagen über dem Grenzwert
Feinstaub
In Hagen ist bereits an 22 Tagen des Jahres der Feinstaub-Grenzwert überschritten worden. Nach Angaben des Bundesumweltamtes nimmt die Luft-Messstation am Graf-von-Galen-Ring Platz 26 in einer bundesweiten Statistik ein. In NRW wurden nur in Gelsenkirchen mehr Überschreitungstage gezählt.
Fotos und Videos
Phoenix siegt gegen Frankfurt
Bildgalerie
Basketball
Tödlicher Unfall auf der A45
Bildgalerie
Polizei
Bamberg gewinnt in Hagen 81:72
Bildgalerie
Basketball
Kandidaten bei WP-Diskussion
Bildgalerie
Kommunalwahl