Altes Gerichtsgebäude im Visier

Das alte Gerichtsgebäude an der Hochstraße.
Das alte Gerichtsgebäude an der Hochstraße.
Foto: Lara Wassermann
Das Stadtmuseum könnte in das alte Gerichtsgebäude an der Hochstraße umziehen. Dort werden demnächst Büroflächen frei.

Hagen.. Das Stadtmuseum soll bis spätestens 2018 aus der Wippermann-Passage ausziehen Der Grund liegt auf der Hand: Aus Kostengründen will die Stadt die Miete, die an den Eigentümer des Eilper Komplexes gezahlt wird, sparen. Etliche Ersatz-Standorte für das Stadtmuseum wurden bereits diskutiert (Wasserschloss Werdringen, Polizeigebäude Prentzelstraße, freiwerdende Schulgebäude).

Nun scheint sich eine neue Alternative aufzutun: Aufgrund personeller Veränderungen im Fachbereich Kultur (einige Mitarbeiter wechselten innerhalb der Verwaltung in andere Bereiche), stehen demnächst Flächen im alten Kreis- und Landgericht an der Hochstraße zur Verfügung. Konkret: Das Stadtmuseum könnte in die Büroräume im Erdgeschoss des Fachbereichs Kultur einziehen. Auf der kompletten Fläche würde ein „Museums- und Kulturzentrum“ für das Kunstquartier entstehen.

Kein Gemischtwarenhandel

Der Parallel-Vorschlag, die Dauerausstellung des Stadtmuseums ins Souterrain des Osthaus-Museums zu verlagern (hier befindet sich derzeit das Junge Museum) wird von den Mitgliedern des Kulturausschusses allerdings vehement abgelehnt. Man dürfe keinen „Gemischtwarenhandel“ aus dem Osthaus-Museum machen, außerdem sollte eine Stadt wie Hagen über ein adäquat beheimatet historisches Museum verfügen.

Knackpunkt: Für die Einrichtung des Stadtmuseums erhielt Hagen vor zig Jahren Fördergelder vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

LWL will Rückzahlungen einfordern

Wenn besagtes Museum aus den Eilper Räumlichkeiten auszieht und in gewisser Weise zerschlagen wird, hat der LWL bereits angedroht, Rückzahlungen einzufordern. „Andererseits müssen wir als Stärkungspakt-Kommune Gelder auch im Bereich Kultur einsparen“, erläutert Kulturdezernent Thomas Huyeng die Pro­blematik. Es müsse, so Huyeng, auf ministerieller Ebene und beim Regierungspräsidenten in Arnsberg eine Einigung erzielt werden. Huyeng sieht die Fläche im Erdgeschoss der Kulturverwaltung als ausreichend groß an, „wir müssen über variable Ausstellungsmöglichkeiten nachdenken, ein Museum darf heute nicht mehr statisch sein“.

Der Kulturausschuss hat nun die Verwaltung beauftragt, eine Kostenkalkulation für den Umzug aus Eilpe und die Einrichtung eines Museums- und Kulturzentrums aufzustellen.

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