Altenpflegekräfte ohne Berufsabschluss sollen Ausbildung bekommen
11.09.2012 | 14:50 Uhr 2012-09-11T14:50:00+0200
Hagen. In der Altenpflege sind viele Personen tätig, die keine komplette Ausbildung durchlaufen haben. An dieser Stelle soll das neue Projekt der Agentur für Arbeit in Hagen ansetzen. Beschäftigte in der Altenpflege ohne Berufsabschluss sollen mit einer dreijährigen Regelausbildung examiniert werden. Die Betriebe stellen ihre Mitarbeiter dafür frei.
Die ersten beiden Jahren wird das durch die Agentur für Arbeit finanziert, im dritten Jahr müssen die Betriebe selbst für die Kosten aufkommen, können aber auf Landeszuschüsse hoffen. „Der Fachkräftebedarf ist in der Altenpflege am drängendsten und er wird in naher Zukunft deutlich zunehmen. Das wird eine gesellschaftliche Herausforderung.“ Mit dieser Einschätzung begründet Michael Stechele, der neue operative Geschäftsführer der Agentur für Arbeit die Notwendigkeit eines entsprechenden Qualifizierungsprojektes für Beschäftigte in der Altenpflege , das die Agentur Mark kürzlich beantragt hat.
Die Agentur für Arbeit sorgt zudem für personellen Ersatz, vermittelt den Unternehmen also derzeit arbeitssuchende Pflegehelfer. Zunächst ist das Projekt für 20 Personen, acht aus dem Märkischen Kreis und zwölf aus Hagen, bzw. dem Ennepe-Ruhr-Kreis angelegt. Die Teilnehmer während ihrer Qualifizierung betreut werden. So steht ein vorbereitender Workshop am Anfang des Projektes. Später soll es noch begleitende Unterstützung mit Blick auf die Prüfung geben sowie Selbsterfahrungsgruppen in denen sich die Teilnehmer austauschen und gegenseitig unterstützen können.
Hagen wird immer älter. Etwa 11.500 Bürger sind derzeit über 80 Jahre alt. Knapp 2000 von ihnen leben im Heim. Es gibt genug Pflegeplätze, und die Lebensqualität in den Einrichtungen ist insgesamt gut. Aber: Das Personal ist auch in Hagen knapp.
„Wir brauchen eine solche Nachqualifizierung als zusätzliche Säule in der Fachkräftebildung“, sagt Andreas Langmann von der Agentur Mark. „Das Potenzial aus der herkömmlichen Ausbildung wird immer knapper.“ Neben der reinen Nachqualifizierung versprechen sich die Initiatoren auch, eine Diskussion über die Anerkennung langjähriger Berufserfahrung anstoßen zu können. „In den Betrieben ist die Kompetenz teilweise schon vorhanden, wir müssen diese verborgenen Schätze heben“, sagt Stechele. Schließlich erhoffen sich die Projektentwickler auch Erkenntnisse darüber, welche Qualifizierungsbedarfe bestehen und welche Weiterbildungsangebote diese bisher abdecken.
Es gibt bereits positive Signale
„Wir hoffen auf eine baldige Genehmigung unseres Projektes, damit wir zu Beginn des kommenden Jahres loslegen können“, sagt Langmann. „Der erste Schritt ist dann, Betriebe und Mitarbeiter zu finden, die sich auf die Qualifizierung einlassen.“ Diesbezüglich gebe es allerdings bereits positive Signale. „Für die Betriebe bietet dieses Projekt eine gute Möglichkeit, gute Mitarbeiter zu binden“, sagt Irmhild Borggräfe vom Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit. Stechele und Langmann sind guter Dinge, dass das Projekt genehmigt wird. „Es gibt kaum erprobte Ansätze in diesem Bereich. Diese Lücke wollen wir schließen“, so Langmann.
18:38
Zertifizierungen und Qualis setzen in vielen Bereichen einen Kurs und eine Pruefung voraus. Der Pruefungstermin ist oft waehlbar.
Dies sollte doch auch fuer langjaehrig Beschaftigte und fuer Personen mit nicht anerkannten Ausbildungen reichen.
16:03
hauptsache sie können mit menschen arbeiten-die bezahlung ist egal. wer da diesen beruf ergreift ist selber schuld. eine anständige bezahlung und ordentliche arbeitsbedingungen aber diese nachgeschulten werden wohl wieder mit einem hungerlohn abgefunden. komisch nur das viele ohne ausbildung in den altenheimen arbeiten. hat wohl system.
17:28
Ich denke, daß die Berufe in der Altenpflege einfach unattraktiv sind.
Zum Teil schwere körperliche Arbeit. Jedes zweite Wochenende arbeiten. Arbeitszeiten unregelmäßig zwischen früh am Morgen bis spät in die Nacht. Und die Bezahlung ist nicht gerade rosig.
Da rennt einem der Nachwuchs halt nicht "die Bude" ein.