Alte Landmaschinen und neue Eierkoch- und Färbeanlage

Breckerfeld..  Hauptattraktionen waren beim „Tag der offenen Tür“ des Geflügelhofes von „Landwirt Baumeister“ in Brenscheid am Ostersamstag wie seit Jahren die große Eierkoch-und Färbemaschine und neu das „Schaufenster“ am nagelneuen Stall für die Hennen in Bodenhaltung und die Vorführung alter Landmaschinen.

Umlagert waren dazu wieder die kleine Sichtbrutmaschine mit schlüpfenden Küken von Stephan Winkgen und die Kaninchen der Familie Dörnen vom Loh.

Bereits um 7 Uhr trafen die ersten von tausenden Besuchern weit aus der Region auf dem Hof ein, eine Stunde vor dem offiziellen Beginn. Die strahlend weißen Hennen ließen sich durch die neugierigen Blicke der Besucher nicht stören. Sie scharrten und pickten in der trockenen Einstreu aus Maiskolbengranulat. Andere nahmen in der Einstreu ein „Bad“ zur Pflege des Gefieders.

Ruhezone für die Tiere

Landwirt Udo Baumeister erläuterte, was die Besucher gerade sahen: „Unsere Hennen leben im neuen Stall nicht nur auf dem Boden, wo sie scharren und hudern können. Ihnen stehen zusätzlich drei weitere Etagen zur Verfügung.“ Diese sind treppenartig zum Bodengang hin aufgebaut. In der 1. Etage finden sie Futter zum Picken, im 2. Stock warten frisches Wasser auf sie und die abgedunkelten Nester zum Eierlegen. Darüber liegt im 3. Stock die Ruhezone der Tiere mit den Sitzstangen. Der Geflügelfachwirt mit Meistertitel: „Durch Fliegen oder Treppensteigen können die Hennen zwischen den Etagen ihren Standort wechseln.“

Die Eier rollen nach dem Legen sofort durch eine Öffnung in der Rückwand des Nestes auf ein Förderband. Der Kot fällt in jeder Etage durch Bodengitter auf Förderbänder zum Abtransport in Silos der Biogasanlage des Hofes, an die das hofeigene Blockheizkraftwerk (BHKW) angeschlossen ist. Unter Zuführung von gehäckselten Energiepflanzen von den Feldern des Betriebes erzeugen Bakterien Methan, das in Gasmotoren verbrannt wird. Die elektrische Energie nutzt der Hof für seine technischen Anlagen, Überschüsse gehen ins öffentliche Netz. Die Abwärme der Motoren wird bei Bedarf zum Heizen der Ställe, der Wohn- und Arbeitsräume und ganzjährig für die große Eierkocherei des Betriebes genutzt.

Viele Deko-Artikel

In den Hallenbereichen unter den Ställen, die das ganze Jahr über zum Lagern von Eiern genutzt werden, hatten auch in diesem Jahr wieder viele Anbieter von Kunstgewerbeschmuck und Deko-Artikeln ihre Stände aufgebaut in einer weiteren Halle warteten Stände mit Spezialitäten (viele Käse-und Wurstsorten) und mit Getränken auf Kunden.

Im Bereich des Freigeländes gab es frisches Brot und Flammkuchen aus dem Holzkohleofen der Landbäckerei Kritzler aus der Hasenkehr. Auch der eigene Hofladen war geöffnet.

Udo Baumeister: „Wegen des Ostergeschäftes ist unser Eierlager in jedem Jahr kurz vor Ostern leer. Nur deshalb können wir überhaupt den Tag der offenen Tür und diesen Markt durchführen.“ Zufrieden, satt und beladen mit Taschen und Körben verließen die Besucher den Hof wieder. Zum Glück gab es trockenes, allerdings auch kühles Wetter mit leichtem Wind. Die auf den Wiesen rund um den Hof angelegten Parkplätze konnten problemlos angefahren und wieder verlassen werden. Fleißige Helfer wiesen die Fahrer ein und regelten auch die Abfahrt. Um den Verkehr fließend zu halten, war Brenscheid am Ostersamstag nur im Einbahnstraßensystem erreichbar.

300 ha Land

Der Hof Baumeister bewirtschaftet rund 300 Hektar Land (Getreide und Raps für die Hühner, Energiepflanzen für die Biogasanlage). Für die reine Land- und Geflügelwirtschaft, die technischen Anlagen (Biogas und Blockheizkraftwerk, Eierkocherei, Färberei, Hofladen und Verwaltung) sind 85 Mitarbeiter fest angestellt. In der Saison um Ostern kommen zwei Monate lang 30 Saisonkräfte dazu.

(OE)