Alltagsfragen werden ohne Umschweife beantwortet

Boele..  Es geht um handfeste Fragen, die beantwortet werden. Zum Beispiel „Welcher Therapeut kann in meinem speziellen Fall am besten helfen?“, „Welcher Arzt hat seine Praxis in meiner Nähe“? oder „welches Fitness-Center, Restaurant oder Kino sind barrierefrei zugänglich?“

„Wenn solche Fragen ohne Umschweife und von Selbstbetroffenen beantwortet werden, ist das unheimlich viel wert“, sagt Ulrike Märte. Sie ist die Ansprechpartnerin der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe, die sich jüngst gegründet hat, bzw. wieder zum Leben erweckt wurde. „2010 gab es schon mal solch eine Verbindung, doch sie hat sich im Laufe der Jahre aufgelöst.“ Nun haben sich rege Menschen aber wieder zusammengeschlossen – Schlaganfallbetroffene sowie deren Angehörige – um das Thema wieder aufzugreifen.

„Wir verstehen uns als offene Gruppe. Die Teilnahme ist unverbindlich und kostenlos“, unterstreicht Ulrike Märte. Jeder ist willkommen, der ein Anliegen rund um die Krankheit hat. Man wolle sich Austauschen, gegenseitig Hilfe geben und Mut machen, den Versuch zu unternehmen, den Alltag trotz der Erkrankung wieder zu meistern.

Zum Hintergrund: In Deutschland erleiden jährlich über 250 000 Menschen einen Schlaganfall. 80 Prozent sind älter als 60 Jahre, aber auch jüngere Menschen können einen Schlaganfall erleiden.

Dritthäufigste Todesursache

Wer raucht, übergewichtig ist oder an Bluthochdruck leidet, hat statistisch gesehen ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. Dieser gehört zu den häufigsten schweren Erkrankungen in den Industrieländern und stellt die dritthäufig­ste Todesursache dar. Und die Krankheit ist besonders ­tückisch, da sie im Gegensatz zum Herzinfarkt keine Schmerzen verursacht. Typische Anzeichen für einen Schlaganfall sind plötzliche Taubheit, Lähmungserscheinungen in den Armen und ­Beinen sowie Sprach- und Sehstörungen.

Aber zurück zur Selbsthilfegruppe, die sich an jedem ersten Donnerstag im Monat um 14.30 Uhr im Schulungsraum des St.-Johannes-Hospitals in Boele trifft. Warum man sich gerade in der Hospitalstraße versammelt? Weil sich dort die „Stroke Unit“ der Neurologischen Klinik befindet, eine Art Intensivstation für Schlaganfall-Patienten.

Auch Karl-Heinz Krietenbrink, selbst Schlaganfallbetroffener, nimmt an den Donnerstagstreffen teil. Mit seiner Gattin Dagmar, die ihn begleitet. „Der Informationsaustausch hier am Tisch ist ganz einfach. Außerdem kann man von den Erfahrungen anderer Betroffener lernen“, unterstreicht Dagmar Krietenbrink.