Alle Glaubensgemeinschaften bilden eine große Familie

Das Ensemble des Gymnasiums, das Lessings Nathan der Weise in besonderer Form auf die Bühne bringt.
Das Ensemble des Gymnasiums, das Lessings Nathan der Weise in besonderer Form auf die Bühne bringt.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen, braucht es mehr Verständigung zwischen den Religionen. Denn alle Glaubensgemeinschaften bilden eine große Familie. Das hatte schon Gotthold Ephraim Lessing erkannt. In seinem humanistischen Drama „Nathan der Weise“ drückte er seinen Wunsch nach Aussöhnung und religiöser Toleranz aus. Ein Wunsch, der mit Blick auf die Nachrichten dieser Tage mehr als sonst aktuell erscheint.

Ein Zeichen für Toleranz

Darum hat sich der Literaturkurs der Stufe Q1 des Hohenlimburger Gymnasiums des Lessingschen Stoffes angenommen: Um ein Zeichen für Toleranz zu setzen. Mit ihrer „Reloaded“-Version des weisen Nathans zeigen sie eine moderne Interpretation des Stücks auf der Bühne.

Der jüdische Geschäftsmann Nathan (stark: Moritz Schwippert) kehrt von einer Reise zurück. In seiner Abwesenheit ist das Leben seiner Ziehtöchter von christlichen Tempelherren gerettet worden. Nun will er sich bei ihnen bedanken, während der muslimische Sultan Saladin (ein überzeugend lässiger Jan Youri Stak), finanziell schwach aufgestellt, Nathans Unterstützung sucht.

Ganz nebenbei lässt er sich von dem weisen Mann in der Ringparabel die Ebenbürtigkeit der drei monotheistischen Religionen erklären.

Nach Ränkespielen und Interventionen von fiesen religiösen Fanatikern wird am Ende doch alles gut und trotz unterschiedlichen Glaubens können sich alle als Familie in die Arme schließen.

Vorbereitungen dauern ein Jahr

Ein Jahr haben die Vorbereitungen und Proben des Literaturkurses gedauert.

„Wir haben intensiv an Lessings Text gearbeitet, die Sprache etwas modernisiert und den Stoff um etwa die Hälfte gekürzt“, sagt Literaturkursleiterin Beate Swoboda. Die Arbeit hat sich gelohnt: Langatmige Sprechpassagen wurden aufgebrochen, das eigentlich handlungsschwache Stück mit kreativen Einfällen aufgepeppt und so die historische Zeit mit dem modernen Jetzt verbunden. So gibt es Bauchtanzeinlagen und den Kern des Stückes, Lessings berühmte Ringparabel, stellen die Schüler einfallsreich als Schattenspiel dar.

Enthusiastische Schauspieler

Dazu wird die Inszenierung von enthusiastischen jungen Schauspieler belebt, die sich mit Lessings Stoff auseinandergesetzt haben und ihre Spielfreude auf der Bühne zeigen: Das ergibt eine erfrischend aufgelockerte Version von Lessings „Nathan der Weise“ und öffnet einen zugänglichen Weg zu seiner Botschaft religiöser Toleranz.