Alle 30 Minuten muss die Musik pausieren

Dortmund..  Es klingt nicht immer schön, manchmal sogar ein wenig schräg, was sich auf dem Westen- und Ostenhellweg in Dortmund musikalisch abspielt. Nach wiederholten Beschwerden hat die Stadtverwaltung neue „Spielregeln“ für Straßenmusik in Dortmund aufgestellt. Der Dauerbeschallung wird ein Riegel vorgeschoben.

Beim Umweltamt und Ordnungsamt häuften sich an bestimmten Standorten die Beschwerden von Geschäftsleuten und Anwohnern über Straßenmusik. Neben der Qualität der Darbietungen beklagen sie vor allem die Häufigkeit, die nicht selten in Dauerbeschallung ausartet.

Bei Straßenmusikanten besonders beliebt sind dabei der Westen- und Ostenhellweg zwischen den Einmündungen Potgasse in der Nähe der Thier-Galerie und Schliep­straße. Legt dort ein Musikant sein Instrument zurück in den Koffer, um zur nächsten Straßenecke zu ziehen, packt erfahrungsgemäß schon der nächste hier seine Gitarre oder sein Akkordeon aus.

Bisher gilt, dass Straßenmusikanten nach spätestens einer halben Stunde weiter ziehen müssen. Darüber hinaus können Ordnungskräfte sie auffordern, ihren Standort zu wechseln, wenn sie den Fußgängerverkehr behindern oder die Sicherheit gefährden.

In Anlehnung an die Regeln in Düsseldorf und Köln wird es auch in Dortmund ab Mai aber etwas strenger zugehen. Musiziert werden darf auch weiterhin jeweils eine halbe Stunde am Stück, aber nur noch ab Beginn einer vollen Stunde, also die ersten 30 Minuten. „In den zweiten 30 Minuten jeder Stunde erwarten wir, dass Ruhe ist“, erklärte Rechtsdezernentin Diane Jägers nach der jüngsten Sitzung des Verwaltungsvorstands.

Also, um 13 Uhr dürfte gespielt werden bis 13.30 Uhr. Dann muss wieder eine halbe Stunde Pause sein. Nach der Aufführung muss der Musikant außerdem seinen Standort wechseln, und sich mindestens 150 Meter vom alten entfernen. Also außer Hörweite. So will es das Regelwerk.

Elektronische Verstärker oder Radio, Rekorder, CD-Spieler dürfen die Musikanten nach wie vor nicht benutzen.

„Gut zu kontrollieren“

„Für uns steht im Vordergrund, dass in der Fußgängerzone gelebt wird“, betonte die Rechtsdezernentin, doch des einen Freud dürfe nicht des anderen Leid sein. Die neuen Regeln seien von den Ordnungsstreifen gut zu kontrollieren, so Jägers.

Mit dem Vorschlag der Verwaltung werden sich nun der Ratsausschuss für öffentliche Ordnung und der Umweltausschuss befassen. Pianos wie bei „Spiel mich“, der beliebten Sommeraktion des City-Rings, sind übrigens von der neuen Regelung ausgenommen.

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