AKH setzt weiter auf Wachstum

Präsentierten das Miteinander von AKH Hagen und Bethanien Iserlohn (v. re.): Reinhard Tennert, Gerhard Glock, Dr. Bernd Wehberg, Martina Espelöer, Volker Holländer und Hans-Toni Junius.
Präsentierten das Miteinander von AKH Hagen und Bethanien Iserlohn (v. re.): Reinhard Tennert, Gerhard Glock, Dr. Bernd Wehberg, Martina Espelöer, Volker Holländer und Hans-Toni Junius.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Das Allgemeine Krankenhaus Hagen präsentierte gestern offiziell den neuen Verbund mit den Bethanien-Krankenhaus Hagen. Doch diese Allianz soll noch wachsen.

Hagen/Iserlohn.. Der strategische Verbund des Allgemeinen Krankenhauses Hagen (AKH) mit dem Iserlohner Bethanien-Krankenhaus muss als Auftakt eines langfristig konzipierten Prozesses betrachtet werden. Dies betonte der AKH-Beiratsvorsitzende Dr. Bernd Wehberg am Mittwoch in Iserlohn bei der offiziellen Präsentation der neu formierten, regionalen Allianz.

„Selbst mit dem Bethanien haben wir längst nicht jene Größe erreicht, um auf Dauer zukunftssicher aufgestellt zu sein“, ließ der Vertreter des neuen Iserlohner Trägers (rückwirkend zum 1. Januar 2015) keinen Zweifel an seiner künftigen Expansionslust.

Ökonomische Notwendigkeit

Angesichts der zunehmenden Stärke privater Klinik-Träger sowie einer sinkenden Hagener Einwohnerzahl bei gleichzeitig hoher Krankenhausdichte sei es für das AKH eine ökonomische Notwendigkeit, seine strategische Zukunft in Leistungsverbünden zu suchen. „Das machen wir ganz bewusst als ein Haus, das aktuell noch schwarze Zahlen schreibt, bevor uns wirtschaftliche Schwierigkeiten ereilen“, skizzierte Wehberg den AKH-Kurs als vorausschauendes Handeln. „Andernfalls können wir nicht ausschließen, dass uns in fünf Jahren der Kostendruck der Branche zum Agieren zwingt.“ Hier will das Team vom Buschey keineswegs zum Getriebenen werden, sondern mit Bedacht handeln.

Der Krankenhausverbund mit den Iserlohnern – das AKH übernimmt 90 Prozent des zuletzt unter der Regie der Diakonie Mark-Ruhr wirtschaftenden Traditionshauses – bedeutet für das AKH lediglich einen ersten Schritt, um seine fachliche und medizinische Kompetenz in die Region hinein auszubauen, sich aber parallel auch durch medizinische Verzahnung mit den neuen Partnern selbst zu stärken. Beide Häuser, so der strategische Ansatz, sollen sich finanziell selbst tragen können und zum Wohle der Patienten zu einer Leistungsgemeinschaft verschmelzen.

„Viele Schwerpunkte in Iserlohn ergänzen die medizinischen Schwerpunkte in Hagen oder runden unser Angebot harmonisch ab“, stellte auch AKH-Geschäftsführer Reinhard Tennert das Miteinander in den Vordergrund: „Es gibt keine Polarität“, hob er zudem hervor, dass die Mitarbeiterschaft in den Integrationsprozess aktiv einbezogen werden solle. Gleichzeitig ließen die Hagener keinen Zweifel, dass das Bethanien als alleinstehendes, kleines Haus der Grundversorgung keine Zukunft gehabt habe.

Weitere Gespräche laufen

Eine Scharnierfunktion in dem neuen Verbund nimmt Gerhard Glock ein, der als neuer kaufmännischer Leiter des Iserlohner Hauses präsentiert wurde. Der 37-Jährige war zuletzt beim AKH für Unternehmensentwicklungsprojekte, das Sozialpädiatrische Zentrum sowie das Medizinische Versorgungszentrum verantwortlich. In Iserlohn möchte er zunächst versuchen, das Vertrauen der Bevölkerung in das Bethanien zu festigen. Das sei vor allem zu gewährleisten, indem man durch Investitionen die Zukunftstauglichkeit eines Hauses unterstreiche und gleichzeitig die Qualität des medizinischen Angebots kontinuierlich verbessere. Das seien die wesentlichen Stellschrauben, so Glock, um das Haus auch ohne das plumpe Mittel des Personalabbaus aus den roten Zahlen zu führen.

Mit Blick auf die nächsten Monate stellte AKH-Beiratsvorsitzender Wehberg ausdrücklich heraus, dass die bereits laufenden Gespräche mit weiteren Häusern in der Region alle unter der Prämisse stünden, die medizinische Qualität innerhalb des Trägerverbundes nicht bloß zu erhalten, sondern zu verbessern. Das sei, neben dem Größenziel eines 2000-Betten-Verbundes, die zentrale Basis für die Zukunftsfähigkeit von Krankenhäusern. Dabei schloss er Allianzen mit privaten Mitbewerbern ausdrücklich aus: „Unser gemeinsames Grundverständnis ist das christliche Denken – und damit meine ich ausdrücklich nicht bloß die evangelischen Häuser . . .“