AfD-Chef sieht Gefahr einer Spaltung

Hagen..  Nach dem emotional ausgetragenen Richtungsstreit beim AfD-Parteitag (Alternative für Deutschland) am Wochenende in Essen, bei dem die neue nationalkonservative Vorsitzende Frauke Petry den wirtschaftsliberalen Frontmann Bernd Lucke mit deutlicher Mehrheit aus dem Spitzenamt gedrängt hat, zeigte sich der Hagener AfD-Vorstandssprecher Michael Eiche am Montag noch ausgesprochen erbost darüber, dass damit eine Spaltung der jungen Partei provoziert werden könnte: „Ich habe mich über beide Seiten sehr geärgert“, meinte Eiche nach seinem Essen-Wochenende. „Beide tragen eine Mitschuld an einer möglichen Spaltung. Ich war maßlos enttäuscht, dass ich gezwungen wurde, mich zu entscheiden.“

Keine Berührungsängste

Eiche, parallel AfD-Fraktionschef im Rat, warb gleichzeitig dafür, dass die „gute Arbeit an der Basis“ nicht durch die Querelen in der Bundespartei überlagert werden dürfe: „Im Hagener Rat haben wir bei unserer Politik gar keine Berührungsängste mit den anderen Parteien.“

Seine vordringliche Aufgabe in Hagen sieht Eiche, der sich selbst dem Lucke-Lager zugehörig fühlt, jetzt darin, „den Laden zusammenzuhalten“. Bislang habe er noch keinerlei Reaktionen aus der Mitgliederschaft vernommen. „Dafür ist es sicherlich noch zu früh.“ Bislang habe der Hagener AfD-Verband ausgesprochen geschlossen agiert. Jetzt müsse man den Essener Parteitag mit seinen Ergebnissen erst einmal sacken lassen und dann mit den Mitgliedern in Hagen, die „überwiegend Lucke-Leute“ seien, das weitere Vorgehen besprechen.

Von außen aufgebauscht

Vieles, so Eiche weiter, werde bei der AfD auch von außen aufgebauscht: „Eigentlich liegen die beiden Lager nicht wirklich meilenweit auseinander.“ Gleichzeitig stellte er im Gespräch mit dieser Zeitung die These auf, dass im Gegensatz zur AfD „bei den Linken 3000 Leute vom Verfassungsschutz beobachtet werden“. Er hoffe, dass es seiner Partei auch weiterhin gelinge, Extremisten zu vermeiden und den Weg zurück zum qualifizierten Meinungsaustausch zu finden.