„Ärzte und Banken nehmen’s von den Kranken“

Hohenlimburg/ Iserlohn..  Er ist ein Meister des geschliffenen Wortes und insbesondere ein Meister des trockenen Humors. Zwei außergewöhnliche Eigenschaften, die einem (ehemaligen) Banker nicht unbedingt zuzuschreiben sind. Doch bei Hans König (77) trifft diese Charakterisierung zu.

Noch immer im Unruhestand

Rund 15 Jahre nach seiner Pensionierung als Direktor der Volksbank Hohenlimburg befindet er sich noch immer im Unruhestand und beobachtet kritisch und mit wachsamen Augen die Ereignisse in dieser Republik und auch in der gesamten (Finanz-)Welt.

Insbesondere die Veränderungen in der Bankenlandschaft. Denn die ungezügelte Zockermentalität, die Verwerfungen auf den Finanzmärkten sowie die nicht mehr kontrollierbare Geldmenge, die ungedeckt um den Globus kreist, haben den 77-jährigen Waldstädter dazu veranlasst, noch einmal zur „Feder“ zu greifen und seine Sichtweise und somit seine Meinung zu diesem komplexen Thema zu Papier zu bringen.

Es scheint, als ob ihm dieses eine Herzensangelegenheit gewesen ist. „Mitte der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts habe ich das Bankgeschäft von der Pike gelernt. Damals verlief das Geschäft seriös und in geordneten Bahnen“, schreibt er im Vorwort seines mehr als 60 Seiten umfassenden aktuellen Bandes „Die Ärzte und die Banken, die nehmen’s von den Kranken“.

Ob Bad Bank, HRE Bank oder die Deutsche Bank, ob der Fall Uli Hoeneß, die Fahrkünste des Marco Reus oder das „Schandmal Flughafen Berlin-Brandenburg – Hans König scheut sich nicht, Krisen und Verursacher beim Namen zu nennen. Manchmal bitterernst und beinahe ein bisschen böse, manchmal mit einem sympathischen Augenzwinkern.

Artisten und Manager

Er selbst sagt dazu von und über sich: „Meine Ausführungen sind investigativ und pointiert.“ Dazu liefert er sogleich ein Beispiel aus seinem Zitatenschatz: „Artisten, die im Zirkus abgestürzt sind, arbeiteten früher als Clowns. Manager, die abgestürzt sind, arbeiten heute als Unternehmensberater.“