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Abzocke im Internet

01.10.2008 | 17:42 Uhr

Hagen. Mal eben kostenlos eine SMS aus dem Internet versenden oder den Lieblingssong über eine Tauschbörse aus dem Netz runterladen. Klingt doch gut. Doch so gut sind diese Angebote leider nicht. Denn das Geschäft mit der „Abzocke im Internet” läuft gut und verbreitet sich daher immer mehr.

Viele Anbieter versuchen mit dubiosen Methoden Kunden zu gewinnen. Mit ihren Angeboten spekulieren sie bewusst darauf, dass viele Nutzer davon ausgehen, im Netz sei alles kostenlos. Die entsprechenden Seiten im Netz sind in den meisten Fällen alle nach dem gleichen Muster aufgebaut: sehr bunt gestaltet, locken sie mit der Teilnahme an einem tollen Gewinnspiel, kostenlosen IQ-Tests und Frei-SMS. Und genau das entpuppt sich später als teure Überraschung.

Denn in den meisten Fällen fallen für den Nutzer dieser Seiten entweder einmalige Nutzungsentgelte an oder man verpflichtet sich gleich für ein teures Abonnement. Insbesondere sind Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren betroffen.

Um sie über im Netz lauernde Gefahren zu informieren, besuchen Helga Schuppert und Birgit Olek-Flender von der Verbraucherzentrale Hagen einige Schulen, um Jugendliche über das Thema „Abzocke im Internet” aufzuklären. „In 60 Prozent der Abzocker-Fälle werden die Rechnungen gezahlt”, sagt Helga Schuppert. Häufig sorge die Ahnungslosigkeit der Eltern dafür, dass das Geschäft mit der Abzocke gut läuft. Dabei haben die Anbieter vor Gericht überhaupt keine Chance. „Es hat bis jetzt noch kein positives Urteil für die Anbieter dieser Seiten gegeben. Man darf nicht gleich nachgeben und zahlen, dann hat man verloren”, so Helga Schuppert.

Auch Janine, eine Hagener Zehntklässlerin, ist auf die Abzocke reingefallen. „Ich wollte nur eine Frei-Sms schreiben, habe mich auf der Seite angemeldet und ein paar Tage später bekam ich die Rechnung über 144 Euro”, erzählt sie. Doch Janine ging zur Verbraucherzentrale, informierte sich und musste schließlich nicht zahlen.

Am wichtigsten ist es, sich das Kleingedruckte auf Internetseiten genau durchzulesen und zu prüfen, ob sich nicht doch irgendwo ein Preishinweis auf der Seite versteckt, raten die Verbraucherschützerinnen. Mit persönlichen Daten sollte man immer sparsam umgehen und genau prüfen, an wen man die Bankdaten weitergibt. Vor allem sollte man sich nie von Gewinnspielen blenden lassen: „Gewinne lenken meist immer nur von Kosten ab”, erklärt Helga Schuppert.

Eine Rechung der Internet-Anbieter soll man in keinem Fall direkt zahlen, sondern stattdessen lieber mit der Verbraucherzentrale dagegen vorgehen. Sonst wachse das Massengeschäft „Abzocke im Internet” immer weiter.

Einer, der wahrscheinlich nie auf dubiose Angebote im Internet hereinfällt, ist der 12- jährige Jonas. Der Schüler der Gesamtschule Eilpe weiß genau, wie er sich im Netz am besten schützt: „Ich kenne mich gut im Internet aus und habe einfach diese unseriösen Seiten alle geblockt. So kann mir gar nichts mehr passieren.” Vielleicht kann er seinen Mitschülern noch wertvolle Tipps geben, damit nicht noch mehr Nutzer auf faule Internetnetangebot reinfallen - und von hohen Rechnungen überrascht werden.

Rebecca Engelbert

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