„Abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig“

Judith Kampschulze, Fachärzte für Innere Medizin am Elseyer Krankenhaus, zeigt,wie eine Darmspiegelung funktioniert.
Judith Kampschulze, Fachärzte für Innere Medizin am Elseyer Krankenhaus, zeigt,wie eine Darmspiegelung funktioniert.
Foto: WP

Von Marc Miertzschke


Elsey. Die Diagnose Darmkrebs erhalten jährlich etwa 73 000 Menschen in Deutschland, rund 27 000 der Betroffenen sterben an der Krankheit. Früh erkannt, ist Darmkrebs jedoch gut behandelbar. „Vorsorge hilft dabei“, sagt Dr. Judith Kampschulze, Fachärztin für Innere Medizin am Elseyer Krankenhaus.

In ihrem Vortrag „Im Darm geht das Licht an – Sinn und Nutzen der Endoskopie“ sprach die Ärztin am Dienstag über Darmerkrankungen und mögliche Vorsorge- und Heilungsmethoden, deren Wirkungsweisen sie ebenfalls vorstellte. „Von allen Verfahren ist die Darmspiegelung zur Früherkennung und Behandlung von Darmkrebs und anderen Darmerkrankungen am effektivsten und sichersten“, sagt die Expertin. Denn bei dieser Methode, medizinisch Koloskopie genannt, kann diagnostiziert und therapiert werden – in nur einer Untersuchung. Angst davor brauche niemand zu haben, betont Dr. Kampschulze. Etwas unangenehm sei die Vorbereitung mit der Einnahme von Abführmitteln zur Darmreinigung vielleicht, die eigentliche Untersuchung hingegen aber kaum: „Viele Patienten sagen danach: ‚War ja gar nicht schlimm, ich hab’ überhaupt nichts gemerkt’.“, berichtet Dr. Kampschulze aus ihrer Erfahrung.

Vorsorge ab dem 50. Lebensjahr

Eine Darmkrebs-Vorsorge empfiehlt die Ärztin ab dem 50. Lebensjahr. Besonders Menschen, in deren Familie bereits Darmkrebs diagnostiziert wurde, sollten die Vorsorgemöglichkeit wahrnehmen. „Dabei sind Untersuchungen mit Darmspiegelung unerlässlich“, so die Ärztin. Darmkrebs entwickelt sich mit Vorstufen über einen längeren Zeitraum im Verdauungsorgan des Menschen, deshalb ist eine frühzeitige Erkennung und Behandlung für den Heilungsprozess entscheidend.

Symptome, die auf eine Darmerkrankung hinweisen, seien ernst zu nehmen: „Blut im Stuhl ist ein Alarmzeichen. Das sollte niemals unterschätzt und immer ärztlich untersucht werden“, rät Dr. Kampschulze. „Denn Darmkrebs kann diese Blutungen verursachen.“

Damit das Verdauungsorgan gar nicht erst erkrankt, sondern gesund bleibt, hatte Judith Kampschulze noch einige Tipps: Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Obst, Gemüse und Ballaststoffen, wenig Fleisch und Fett sowie ausreichend Bewegung halten den Darmtrakt gesund.

Im Anschluss an ihren Vortrag beantwortete Dr. Kampschulze die einzelnen Fragen der Zuhörer. Der Vortrag ist Teil der Reihe „Der mündige Patient“, mit dem das evangelische Krankenhaus Patienten und Interessierte über medizinische Themen informieren will.

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