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Bundestagskandidatin

Aachenerin kandidiert für CDU in Hagen - Experte findet das "natürlich"

24.01.2013 | 12:00 Uhr
Aachenerin kandidiert für CDU in Hagen - Experte findet das "natürlich"
Ulrich Battis war von 1984 bis 1993 Rektor der Fernuniversität in Hagen.Foto: Privat

Hagen.  Für den ehemaligen Rektor der Fernuniversität, Ulrich Battis sind politische Fremd-Importe wie die designierte Bundestagskandidatin Cemile Giousouf ein ganz natürliches Phänomen. Schließlich sei die Erststimme eine Persönlichkeitswahl, egal wo die Kandidatin herkomme.

Frank Walter Steinmeier ist so ein Kandidat. Ehemaliger Kanzleramtschef und heutiger SPD-Oppositionsführer im Bundestag. Sein Wahlkreis: Die kreisfreie Stadt Brandenburg. Sein Geburtsort: Detmold. Oder Annette Schavan, Bundesbildungsministerin. Geboren in Jüchen im Rheinland. Ihr Wahlkreis: Alb-Donau und Ulm.

Cemile Giousouf, designierte Bundestagskandidatin für die Hagener CDU, passt – zumindest vom Bekanntheitsgrad her – nicht in diese Reihe. Aber – und das eint sie mit Steinmeier und Schavan – auch sie soll eine ihr fremde Stadt im Bundestag vertreten. Passt das mit der ursprünglichen Idee der Erststimme eigentlich zusammen?

Politische Fremd-Importe ein natürliches Phänomen

Für Ulrich Battis, ehemaliger Rektor der Fernuniversität und emeritierter Professor der Humbold-Universität Berlin, sind solche politischen Fremd-Importe ein ganz natürliches Phänomen - auch wenn er die Befremdlichkeit durchaus nachvollziehen kann.

Wir erwischen den Wissenschaftler am Telefon in der S-Bahn. Seine erste Reaktion auf unsere Anfrage in Sachen ortsfremde Bundestagskandidaten: „Denken Sie doch mal an Dietmar Thieser. Er ist ja unverkennbar auch kein Sauerländer und hat in Hagen politisch Karriere gemacht.“

Muss man sich in einer Stadt auskennen?

Stimmt. Aber sollten die Thiesers, Steinmeiers und Schavans angesichts der eigentlichen Idee der Erststimme nicht eher die Ausnahme bilden? Sollte der Repräsentant einer Großstadt wie Hagen nicht wissen, dass die Boelerheide nicht Boele ist und dass zwischen Innenstadt und Eilpe erst noch Oberhagen kommt? Muss man nicht wissen, wie eine Stadt tickt?

„Letztlich ist die Erststimme eine Persönlichkeitswahl. Man entscheidet sich für einen Menschen, nicht unbedingt für eine Partei“, erklärt der Staatsrechtler.

Wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt seien, spreche nichts dagegen, dass ein Kandidat nicht aus Hagen komme. „Es bleibt natürlich die Frage, ob es einen Wohnsitz oder einen Scheinwohnsitz gibt“, sagt Battis. Zöge Frau Giousouf also tatsächlich nach Hagen, spräche rein rechtlich nichts gegen ihre Wahl.

Gute Einarbeitung kann sich auszahlen

Frank Walter Steinmeier und Annette Schavan seien laut Battis gute Beispiele, wie gut das funktionieren könne. Bei Bildungsministerin Schavan könne es zum Beispiel sein, dass sie – trotz der Querelen um ihre Doktorarbeit – wieder direkt gewählt würde: „Die Wähler honorieren es, wenn man sich gut eingearbeitet hat in eine Aufgabe“, so Battis.

Dieser Aspekt allerdings würde eher für René Röspel sprechen, der seit 1998 stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Hagen bzw. seit 2002 des Wahlkreises Hagen – Ennepe-Ruhr-Kreis I in den Bundestag eingezogen ist.

Mike Fiebig



Kommentare
27.01.2013
17:13
Aachenerin kandidiert für CDU in Hagen - Experte findet das
von roosterkatze | #7

Der letzte Versuch einer ehemaligen Volkspartei ?
Weil ein unfähiger Vorstand mit Purps und dem Caritas Röspel an der Spitze glaubt das in Hagen keine geigneten Kandidaten für den Bundestag vorhanden sind springt man natürlich gerne über das Stöckchen das der ehemalige Minister Laschet hinhält und spricht sich für die Kandidatin aus Aachen , Cemile Giousouf , aus. Herr Laschet sorgt dafür das seine gefolgschaft versorgt wird und lobt Frau Giosouf über dem grünen Klee. Bisher in Aachen tätig und zwar wenig erfolgreich reicht es dochum in Hagen als Bundestagskandidatin aufgestellt zu werden. Natürlich erfolgt dann später auch der Umzug nach Hagen , ähnlich wioe bei der Luftpumpe Dehm aus Mülheim. Statt aus diesem Griff ins Klo zu lernen wird weitergemacht nach Gutsherrenart. Bei der Nennung CDU Hagen denke ich an Chaotisch, Dilettantismus, Unvermögen .
Eine Muslimin als Kandidatin für eine Christliche Partei , ein letzter Versuch , der zum Scheitern verurteilt ist.

25.01.2013
17:53
Aachenerin kandidiert für CDU in Hagen - Experte findet das
von spatzenfreund | #6

angebot schafft nachfrage. auch christen müssen sich ihre wähler suchen.

25.01.2013
10:35
Muss man wissen, wie Hagen tickt?
von gine56 | #5

Irgendwas scheine ich verpasst zu haben: Eine Muslima als Kandidatin der Christlich Demokratischen Union. Wie geht das zusammen? Oder nennt sich die Partei demnächst schlicht in Demokratische Union um? Das gibt ein verheerendes Wahlergebnis - mit Ansage.

24.01.2013
18:48
Muss man wissen, wie Hagen tickt?
von spatzenfreund | #4

und ja, es wäre schön, einen kandidaten zu haben, der den moralischen, geistigen, finanziellen und sozialen verfall dieser stadt in den letzten 40 jahren selbst miterlebt hat! städte wie hagen im ruhrgebiet kann man nicht aus aachen beurteilen. wie denn auch? was die politimporte der letzten jahre bewirkt haben, wissen wir ja auch zu schätzen.

24.01.2013
18:28
Muss man wissen, wie Hagen tickt?
von spatzenfreund | #3

der direktkandidat wird direkt im wahlkreis gewählt, sollte also schon einen direkten bezug zum wahlkreis besitzen, um für diesen wahlkreis auch als vertreter auftreten zu können. warum wird die dame nicht in aachen aufgestelllt, wenn sie so gut und überzeugend ist? ist sie ein versorgungsfall wie so viele politiker? frau schavan und herr steinmeier sind nicht gerade leuchtende beispiele für politikerkarrieren.

24.01.2013
15:28
Muss man wissen, wie Hagen tickt?
von fj39 | #2

Herr Prof. Battis wirft D. Thieser in einen Topf mit Steinmeier und Schavan. Er hat dabei aber wohl verkannt, dass D. Thieser bei seiner Wahl zum Bundestag schon lange Hagener Bürger war.

24.01.2013
13:41
Muss man wissen, wie Hagen tickt?
von berni44 | #1

Die Direktkandidaten einer Partei sollten aus der Gegend kommen in der sie wohnen. Nur so können sie Demokraten sein und ihre Wähler vertreten, wie es die Verfassung vorsieht.. Hier haben die etablierten Parteien aber schnell gesorgt, dass ihre Kandiaten nicht vor der Wahl mit Listen für ihre Kaditatur herum gehen müssen. Diese Leute werden
ohne diesen lässigen Zauber? aufgestellt.
Diese sog. Demokratie ist eine Veräpplung des Volkes. Die gewählten Volksvertreter machen was sie wollen. Sie sind nur ihren Gewissen verantwortlich. Stellt sich die Frage, haben die überhaupt ein Gewissen? Wem sind sie dann vernatwortlich, ihren Wählern?
Dieses System ist ein System, wo die Gewissenlosen alles entscheiden.
Deshalb ist es normal, dass sie sich erst mal selbst die Taschen füllen.
Im übrigen funktioniert diese System nur über den Geldbeutel. Wenn diese Politiker nich spuren, werden sie von den Futtertrögen abgesperrt.
Egal wo die Leute wohnen, für Ihre Wähler brauchen sie nicht da zu sein.

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