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NS-Verbrechen

91-Jähriger Breckerfelder Siert B. als NS-Kriegsverbrecher im Visier der Staatsanwaltschaft

10.08.2012 | 16:43 Uhr
91-Jähriger Breckerfelder Siert B. als NS-Kriegsverbrecher im Visier der Staatsanwaltschaft
Gegen Siert B. aus Breckerfeld läuft ein Verfahren wegen Mordes im zweiten Weltkrieg.Foto: Ralf Hoogestraat /Panorama /NDR

Breckerfeld.  68 Jahre ist es her, das der holländischen Widerstandskämpfer Aldert Klaas Dijkema erschossen wurde. Sein angeblicher Mörder lebt heute in Breckerfeld. Doch der 91-jährige Siert B. bestreitet die Tat. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat nun die Ermittlungen aufgenommen.

Der Vorwurf lautet Mord. 68 Jahre nach der Tat nimmt die Staatsanwaltschaft Dortmund die Ermittlungen wieder auf. Als NS-Kriegsverbrecher im Visier steht der 91-jährige Breckerfelder Siert B.. Er wird beschuldigt, im September 1944 den holländischen Widerstandskämpfer Aldert Klaas Dijkema hinterrücks erschossen zu haben. B. bestreitet die Tat, und seine Nachbarschaft im beschaulichen Altenbreckerfeld empört sich über die neuen Ermittlungen.

„Damit muss doch mal Schluss sein“, sagt eine 73-Jährige, „das war doch im Krieg.“ Sie wohnt seit mehr als 50 Jahren im Haus gegenüber und schätzt B. als guten Nachbarn. Ja, es war im Krieg, im Zweiten Weltkrieg. Der junge Holländer war unter deutscher Besatzung in den Sicherheitsdienst (SD) der Nationalsozialisten eingetreten. Sie nahmen den Widerstandskämpfer fest und töteten ihn dann gezielt. Heimtückisch. Deshalb ermittelt der Dortmunder Staatsanwalt Andreas Brendel nun wegen Mordes.

Mord verjährt nicht

Mord verjährt nicht. Jahrzehntelang hatte die deutsche Justiz solche Verbrechen als Totschlag gewertet, und Totschlag unterliegt der Verjährung. Der Tod von Dijkema ist daher bis heute ungesühnt. B. sagt, nicht er, sondern sein Vorgesetzter August Neuhäuser habe geschossen, damals im niederländischen Appingedam. Ein holländisches Sondergericht hatte den Beschuldigten 1949 zum Tode verurteilt. In Abwesenheit, denn B., der in den holländischen Archiven als „Bestie von Appingedam“ bezeichnet wird, war zu dem Zeitpunkt untergetaucht.

Als er Mitte der 1970er Jahre in Deutschland entdeckt wird, lehnt die Bundesrepublik seine Auslieferung an die Niederlande ab. Ein Erlass von Adolf Hitler vom 19. Mai 1943 verlieh Ausländern, die in nationalsozialistischen Verbänden Dienst leisteten, die deutsche Staatsbürgerschaft. Und eine Auslieferung deutscher Staatsbürger, wie sie inzwischen innerhalb der EU in Ausnahmefällen nach dem Gesetz zum Europäischen Haftbefehl möglich wäre, ließ das Grundgesetz nicht zu.

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Kommentare
28.11.2012
17:41
91-Jähriger Breckerfelder Siert B. als NS-Kriegsverbrecher im Visier der Staatsanwaltschaft
von fantomias | #8

bauernlümmel, wer sich ein wenig mit geschichte befasst, weiß schon, WEN er da vor sich sitzen hat. "vorschnell" urteilen tut hier sicherlich niemand,...
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2012-08-10 16:43
Mord, Krieg, Kriegsverbrechen, Hagen, Holland
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