90 Asylbewerber leben in acht Wohnungen

Viele Bürger nutzten den Tag der offenen Tür im ehemaligen Frauenhaus, um sich einen Eindruck von den neuen Flüchtlingsunterkünften zu verschaffen.
Viele Bürger nutzten den Tag der offenen Tür im ehemaligen Frauenhaus, um sich einen Eindruck von den neuen Flüchtlingsunterkünften zu verschaffen.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Die Anzahl der Asylbewerber in Hagen nimmt nicht ab. Im Gegenteil. Wie Klaus Gierke vom Fachbereich Jugend und Soziales mitteilte, erwarte man, dass die Zahl von derzeit 720 Asylbewerben bis zum Jahresende auf rund 1500 anwachsen wird. Auch Hohenlimburg wird dann weitere Flüchtlinge zugewiesen bekommen. Aus diesem Grund wurde das ehemalige Frauenhaus in der Unternahmer binnen der letzten drei Monate von der ha.ge.we aufwendig saniert.

Zahlreiche Bürger nutzten am Mittwoch den „Tag der offenen Tür“, um sich ein Bild von der Flüchtlingsunterkunft zu machen. 90 Personen sollen in naher Zukunft dort in acht Wohnungen untergebracht werden. Wann es soweit sein wird, ist derzeit aber noch ungewiss.

Einzug der Flüchtlinge ist ungewiss

„Es gibt Kommunen in Deutschland, die mit einem Platzbedarf von etwa 4,5 Quadratmetern pro Asylbewerber rechnen. Wir versuchen mindestens zehn Quadratmeter zu realisieren, um den Flüchtlingen eine angenehme Unterkunft zu bieten“, so Gierke.

Zu einer solchen Unterkunft zählen vor allem moderne Küchenzeilen mit mehreren Koch- und Backmöglichkeiten, ein neuer PVC-Boden, Waschmaschinen und sanitäre Anlagen. Spinde und Doppelstockbetten wurden ebenfalls aufgestellt.
„Es gibt keine genauen Standards, die vorschreiben, wie eine Flüchtlingsunterkunft ausgestattet sein muss. Daher haben wir uns für eine komplette Grundausstattung entschieden“, fuhr Gierke fort.

„Es fehlt derzeit noch an Gegenständen zur Freizeitbeschäftigung. Auch Gardinen und Wohnmöbel sind noch nicht vollständig vorhanden“, erklärte Dezernentin Margarita Kaufmann.

Objektbetreuer sind Ansprechpartner

An fünf Tagen in der Woche werden Objektbetreuer wie Norbert Sprotte für die Asylbewerber ansprechbar sein. „Ich versuche die Unterbringung zu organisieren und helfe bei Fragen und Problemen“, erklärte er sein Aufgabenfeld.

Viele Fragen drängten sich den Teilnehmern, besonders aber den unmittelbaren Anwohnern auf. „Ich bin gespannt, was hier auf dem Vorplatz passieren wird. Man ist oft voreingenommen und ich hoffe, dass es nicht zu Problemen kommt“, äußerte sich Stefan Osthaus (42).

Thomas Hirschberg, Leiter der Polizeiwache Hohenlimburg, äußerte sich positiv über den bisherigen Verlauf. „Es ist relativ ruhig. Wir haben an der Flüchtlingsunterkunft Regenbogenschule nicht mehr Einsätze als in anderen Stadtteilen“, so der Beamte, der sich jedoch vorstellen kann, dass es zu Problemen kommen könnte, wenn man die Asylbewerber zu stark in einem Stadtteil konzentriert.

Die Freiwilligenzentrale der Stadt Hagen plant derzeit die Einrichtung von Patenschaften. Bürger können eine Patenschaft für einen Asylbewerber übernehmen, um dessen Integration zu erleichtern.

Margarita Kaufmann geht fest von einem Erfolg aus: „Ich glaube, dass man mit der Thematik in Hohenlimburg überwiegend offen umgeht. Und ich bin davon überzeugt, dass wir eine gesunde Willkommenskultur schaffen können.“

Als Ansprechpartner waren zudem Vertreter der sozialen Dienste, der Ordnungsbehörden, der ha.ge.we, der Ausländerbehörde sowie der Freiwilligenzentrale anwesend.