5000 zahlende Besucher pro Monat im Kunstquartier
23.10.2009 | 11:18 Uhr 2009-10-23T11:18:00+0200
Hagen. 31.400 Menschen haben schon das Ende August eröffnete Hagener Kunstquartier besucht. Die Führungen werden gut gebucht, die Kammerkonzerte im Auditorium sind ein Erfolg. Jetzt wird über lange Museumsabende nachgedacht.
„Museen sind nicht nur Bildungs-, sondern auch Unterhaltungseinrichtungen. Und auch ein kurzer Gang durchs Museum bringt Inspiration.” Sagt Dr. Alexander Klar, Leiter des Emil-Schumacher-Museums.
Ende August wurde das neue Kunstquartier in Hagen offiziell eröffnet. Am ersten Wochenende strömten 21.000 Besucher bei freiem Eintritt ins Emil-Schumacher-Museum und ins sanierte und erweiterte Karl-Ernst-Osthaus-Museum. Knapp zwei Monate danach scheinen ein wenig Ruhe und Routine in den Musentempel eingekehrt zu sein.
Und wie haben sich die Besucherzahlen seitdem entwickelt? Was hat sich im Museumsalltag bewährt, welche Änderungen werden angedacht?
Resonanz mehr als akzeptabel
Alexander Klar wirkt entspannt, zufrieden: „Die bisherige Resonanz ist mehr als akzeptabel.” Der Museumsleiter präsentiert Zahlen. „Die hab' ich mir vom Kassenpersonal ausdrucken lassen - die Ergebnisse der permanenten Publikums-Befragung.”
Demnach besuchten im September und Oktober 10.400 zahlende Gäste, davon knapp ein Viertel (2466) aus Hagen, das Kunstquartier. Ob ein oder beide Museen aufgesucht worden seien, könne man aufgrund des Kombi-Tickets nicht sagen.
5781 Besucher aus NRW
Von den 10.400 Besuchern kamen 5781 aus NRW (Hagen ausgenommen). Klar: „Die Zahlen belegen, dass 77 Gäste aus Holland, 29 aus England, 19 aus den USA, 4 aus Japan, 3 aus Afrika und 2 aus Australien kamen.” Und weiter: „Mit den Durchschnittsbesucherzahlen sind wir sehr zufrieden. Wochentags verzeichnen wir 150 bis 200, am Wochenende 350 bis 650 Gäste.”
Erfahrungen anderer Museen hätten gezeigt, dass aggressive Werbung Besucher zöge, „und das unabhängig von der tatsächlich präsentierten Kunst”. Werbung im großen Stil brächte also viel, koste aber natürlich eine Menge Geld, was die Einbeziehung von Sponsoren ins Kulturgeschäft unabdingbar mache. „Wenn wir auch künftig 5000 Besucher pro Monat begrüßen können, wäre das klasse.” Wobei der Eröffnungs-Hype natürlich irgendwann verpuffe.
Gruppen-Führungen - täglich drei bis sechs - kämen gut an, etliche Schulklassen seien bereits dagewesen.
Brüllender Erfolg
Die Kammerkonzerte, die im Auditorium des Kunstquartiers stattfänden, seien mit 150 Besuchern „ein brüllender Erfolg”.
Eröffnung Schaufensterwettbewerb, Business Breakfast, Handyfestival-Preisverleihung - das Kunstquartier sei für Hagen zur repräsentativen Veranstaltungsstätte geworden.
Viel Kommerz neben der Kunst? „Historiker, die sich nur aufs Kerngeschäft konzentrieren, leiten tote Museen”, so Klar. Andererseits sei ein Museumsgang ein Äquivalent zum Shoppen, „man erwirbt sich optisch etwas”.
Lange Museumsabende
Klar hofft auf eine baldige Verschiebung der Museumsöffnungszeiten. Wochentags 10 bis 17 Uhr, samstags und sonntags 11 bis 18 Uhr - arbeitnehmerfreundliche Zeiten sähen anders aus. Ihm schweben für donnerstags und freitags Museumsabende bis 21 Uhr vor.
13:58
Auch wenn ich kein Kunstquartier Liebhaber bin, muss ich sagen, dass man das Museum (Also ESM und OSM) als Familie (Kinder unter 18) den ganzen Tag für 12 Euro besuchen kann. Ich finde, dass der Preis schon angemessen ist und ganz im gegenteil, NICHT zu teuer! Was würde ich denn bezahlen wenn ich ins Kino gehe, mit der der ganzen Familie?!
10:26
@ Kleingärtner Ich zähle mich nicht zu den Gegnerinnen des EMS. Aber es ist eben die Wahrheit, dass das Museum zwar bunt und farbig ist, aber vom Thema und Kanon eintönig. Schumacher hatte bekanntlich eine im Vergleich zu anderen Künstlern sehr enge thematische Vielfalt. Und deshalb wird das Museum irgendwann in naher Zukunft nicht so attraktiv sein, wie Museen mit Werken von Dali, Picasso, Marc, Monet usw. Da hat Christian Rohlfs mehr Potenzial.
09:08
@Kleingärtner. Danke für dieses unwiederbringliche Zitat:
aber das Kunstquartier wird uns -Gott sei Dank- alle überleben!
Jau, vor allem, wenn wir alle veramt ins Grab gesunken sind. In Hagen wird dann die moderne Version des Untergangs des Hauses Usher gegeben...
23:01
Es ist schon drollig, dass die Museumsgegner ihre Niederlage nicht eingestehen mögen. Sie jaulen und hetzen, aber das Kunstquartier wird uns -Gott sei Dank- alle überleben!
19:29
Ich bin zwar eine große Kunstfreundin aus Hagens Nachbarschaft und behaupte von mir, fast jedes bedeutende Kunstmuseum in Deutschland besucht zu haben. Aber das Schumachermuseum besticht eigentlich nur durch Eintönigkeit des ausgestellten Bilderkanons. Das Osthaus Museum bietet mehr Vielfalt und Qualität, doch das Schumachermuseum ist nur ein Besuch wert, wenn es um die ständige Ausstellung geht.
Von den anderen Museen in Hagen gefällt mir das in der kleinen Burg in Werdringen am besten. Leider wird die gesamte Anlage nicht komplett genutzt. Was ich im sog. Haupthaus zu sehen bekommen habe, diese Kunst, war schon eine richtige Zumutung. Das Archäologische Museum ist demgegenüber wirklich nicht nur einen Besuch wert. Aber das Haupthaus, da sollte sich die Stadt etwas besseres einfallen lassen. In der jetzigen Nutzung einfach nur Platzverschwendung und unter aller Kanone.
19:11
@23
Ich stimme Ihnen von ganzem Herzen zu. Es gab schon vor dem ESM eine Menge in Hagen zu bestaunen. Und genau darum geht es doch. Alle diese Museen sind einen Besuch wert und auch wichtig für diese Stadt! Wo bleiben die Werbeartikel für diese tollen Museen? Ich wollte nur mein Unverständnis für dieses Protzobjekt, welches diese Pleitestadt weitaus mehr kosten wird, als es einbringt, zum Ausdruck bringen. Im Moment kommen vielleicht viele Besucher, aber in einem Jahr wird es anders aussehen. Niemand hätte was gegen das ESM, wenn diese Stadt in Geld schwimmen würde. Andere Projekte werden aber dafür bluten müssen. Museen und Sehenswürdigkeiten hat diese Stadt genug. Nur finden sie nach Jahren keinen Platz mehr in der Lokalzeitung. Schade.
13:45
@ Amsel Sie haben vom Grundsatz ja recht, aber zwischen den Museen in Hagen sollte differenziert werden. Das Stadtmuseum und das Urzeitmuseum in Werdringen haben gute Besucherzahlen und bieten für jeden Geschmack etwas. Auch das Freilichtmuseum kann sich sehen lassen, ganz tolle Zahlen. Aber gerade diese Museen werden in Hagen immer ganz hinten angestellt. Kunst, wie in den meisten Städten, wird immer als etwas vornehmes und besonders intellektuellen angesehen, wo sich jeder sonnen will. Angefangen beim Sparkassen-Hacker bis zu Jochen Weber. peinlich, peinlich, peinlich, wie schon Theo Lingen sagte ...
11:06
@ steurzahler,
selten so einen Mist gelesen !
Wie kommen Sie darauf, dass die Kultur-Interessierten mehr Steuern zahlen?
Lautet die Steuerwahrheit nicht anders?
08:29
Emil-Schumacher-Museum - wie langweilig.
Ich sehe mir lieber die tolle Monet-Ausstellung
in Wuppertal an - das ist Kunst! Wer ist schon
E. Schumacher????
07:56
@amsel: bedenken Sie doch bitte, dass die Kultur-Interessierten meist auch deutlich mehr Steuern bezahlen als normale Familien sie finanzieren sich demzufolge ihre Kultur also selbst.