50 Flüchtlinge verlassen die Regenbogenschule nach Unna

Hohenlimburg..  Am Samstag sind sie mit einem Bus zur Regenbogenschule gekommen. Gestern mussten 50 Flüchtlinge bereits ihre wenigen Habseligkeiten zusammenpacken. Am Nachmittag verließen diese mit einem Bus den Katernberg in Richtung Unna. Wohin dort? „Das wissen wir auch nicht“, sagte gestern Stadtpressesprecher Thomas Bleicher. „Wir wissen auch nicht, ob und wann neue Flüchtlinge kommen.“

„Siebzig“, sagte eine DRK-Mitarbeiterin später, „diese sind angekündigt.“ Stadt und DRK stellen sich deshalb auf ein ständiges Kommen und Fahren ein. Aus diesem Grund wird der Bedarf an warmer Kleidung für Kinder und für Erwachsene nicht abnehmen.

Auch gestern machten Stadt und DRK noch einmal deutlich, dass diese Kleiderspenden nicht direkt in der Regenbogenschule am Katernberg abgegeben werden sollen. „Alle Spender sollten bitte nach Hagen zur Feithstraße 36a fahren, um die Kleidung dort zu übergeben“, betonte noch einmal Gunther Fessen, Pressesprecher des DRK-Kreisverbandes Hagen. „Auch Kinderspielzeug ist willkommen. Bitte keine Möbel oder andere Gegenstände.“ Und Elke Lubetzki (DRK) ergänzt: „Aus hygienischen Gründen auch keine Schals, Handschuhe, Bademäntel oder Unterwäsche.“

Anlaufstelle schaffen

Die SPD hat sich am Wochenende bei einer Klausurtagung mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigt und einen Forderungskatalog erarbeit. Den präsentierte Fraktionschef Mark Krippner gestern: Er fordert u.a.:

Zeitnah muss von der Verwaltung eine Bürgerinformation durchgeführt werden.

Dabei müssen auch Ansprechpartner von Hilfsorganisationen benannt werden.

Darüber hinaus müssen für die Bürger die entsprechenden Kontaktdaten von Hilfsorganisationen und der Verwaltung in der Presse veröffentlicht werden.

Als Anlaufstelle, sowohl für Flüchtlinge als auch für Bürger, soll in der Hohenlimburger Innenstadt ein leerstehendes Ladenlokal angemietet werden Die Anlaufstelle soll mit einer hauptamtlichen Kraft und ehrenamtlichen Kräften sowie mit einem Dolmetscher besetzt werden.

Auch Frank Schmidt, Bürger für Hohenlimburg, lässt dieses Thema nicht ruhen. Ihm liegt, wie er in einer Stellungnahme mitteilt, insbesondere die Sprachförderung am Herzen. „In Sachen Sprachförderung, die unerlässlich für die Integration von Zuwanderern ist, haben wir widersprüchliche Aussagen von Frau Kaufmann wahrgenommen. Erst hieß es am Runden Tisch im Hohenlimburger Rathaus, dass die Flüchtlinge darauf keinen Anspruch haben, dann erfuhr man bei der SPD-Veranstaltung im ,Adler’, dass die anerkannten Asylbewerber sehr wohl Anspruch auf einen Sprachkursus aus den Leistungen des Teilhabepaketes haben.“

Schmidt weiter: „Wir fordern - unabhängig von den Leistungen externer Geldgeber - ein Sprachprogramm für Flüchtlinge, die in Hohenlimburg und Hagen Aufnahme finden sollen.“ Er lieferte auch einen konstruktiven Vorschlag, um Flüchtlinge unterzubringen. „Das leerstehende ehemalige AWo-Seniorenheim am Trappenweg ist eine Möglichkeit, die es abzuklopfen gilt.“