300 Meter breite Waldlücke mindert den Erholungswert

Hohenlimburg..  Von der Ameise bis zur Zwergfledermaus wurde beim Erörterungstermin zur geplanten Steinbrucherweiterung der Hohenlimburger Kalkwerke im Hagener Rathaus (diese Zeitung berichtete) so ziemlich alles ins Feld geführt, was den HKW-Plänen im Wege stehen könnte - und das nicht nur in artenschutzrechtlicher Hinsicht.

Letztlich wurde aber auch klar: Das Vorhaben ist mit dem Regionalplan des RVR vereinbar und passt somit in die Landschaft, wie RVR-Vertreterin Ulrike Cramm ausführte.

Auch Heinz-Jörg Gimpel von der Unteren Umweltschutzbehörde vertrat die Ansicht, dass die Erweiterung zu genehmigen sei, wenn die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden - egal, ob man sich den weiteren Abbau wünsche oder nicht: „Wir sprechen über eine gebundene Entscheidung.“ Die allerdings stand beim Erörterungstermin noch nicht auf der Tagesordnung.

Biologe Dr. Josef Bücker machte sich besonders um den Schwalbenschwanz Sorgen, denn dieser Schmetterling kommt im Hagener Raum nur an dieser Stelle vor. Dies sei jedoch nicht planungsrelevant, weil das Gefährdungspotential im Falle des Falters nicht hoch genug sei. „Die Gebrüder Lange haben hier jedoch Entgegenkommen signalisiert, denn ein neues Raupenbiotop lässt sich mit relativ einfachen Mitteln realisieren“, so Dr. Bücker.

Meinungsverschiedenheiten

Meinungsverschiedenheiten gab es im Bereich der Lärmemissionen, wobei hier zeitweise um eine gutachterlich festgestellte Überschreitung um ein einziges Dezibel gestritten wurde. „Das müssen Sie noch weg- bekommen“, forderte BUND-Vertreter Thomas Meilwes für die Anwohner von Dümpelacker (Letmathe) und Sonnenberg (Hohenlimburg). Meilwes, neben Fritz Schröder Hauptbeschwerdeführer in der Sitzung, erwies sich dabei allerdings als ortskundlich nicht immer sattelfest.

Zum Streitpunkt im weiteren Verfahren könnte allerdings die Forderung nach einer Wiederaufforstung des Baumbestandes an Ort und Stelle werden. Während die HKW-Inhaber die notwendige Verlegung eines Wanderweges auf 170 Metern Länge in ihrem Antrag vorgesehen haben, fehlt die Anpflanzung eines neuen Waldsaums, so dass eine 300 Meter lange Waldlücke entstehen würde. Dies aber, so der Tenor unter den etwa 20 erschienenen Beschwerdeführern, würde den Erholungswert des Steinbruch-Umfeldes erheblich schmälern. „Hier sollten die Kalkwerke nachbessern“, forderte Frank Schmidt (Bürger für Hohenlimburg). -emmi-