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26-Jähriger wegen Mordes an Prostituierter verhaftet

30.01.2010 | 17:39 Uhr
26-Jähriger wegen Mordes an Prostituierter verhaftet

Hagen. Der Mord an einer Prostituierten vom vergangenen Wochenende ist offenbar aufgeklärt. Die Polizei hat am Freitagnachmittag in Lüdenscheid einen 26 Jahre alten Libanesen festgenommen, der dringend verdächtig ist, die Frau am vergangenen Sonntagmorgen mit einem Stofftuch erdrosselt zu haben.

Das Motiv für die Tat ist noch nicht abschließend geklärt. Es deutet aber Vieles darauf hin, dass es zwischen Täter und Opfer zum Streit um die Entlohnung für die Liebesdienste gekommen war. Der 26-Jährige bestreitet, für den Tod der Frau verantwortlich zu sein.

Mittlerweile steht mit großer Sicherheit auch die Identität des Opfers fest. Es handelt sich um die 24 Jahre alte Eunice O. aus Nigeria, die sich illegal in der Bundesrepublik aufhielt. Fotos: Michael Kleinrensing

Dass die Ermittlungen so schnell zur Festnahme führten, ist laut Angaben des ermittelnden Staatsanwaltes Wolfgang Rahmer auf einen Abgleich von DNA-Spuren zurückzuführen. An mehreren Körperstellen des Opfers waren verwertbare Spuren gefunden worden. Beim Abgleich des genetischen Materials mit der DNA-Analysedatei des Landeskriminalamtes (LKA) wurden die Beamten fündig. Die DNA des 26-jährigen Festgenommen war dort gespeichert. Im Jahr 2000 war der Mann nach einen Raubüberfall auf ein Sonnenstudio verhaftet worden. Nach der rechtskräftigen Verurteilung wurde sein genetischer Fingerabdruck gespeichert. Eine solche Speicherung von DNA-Material eines verurteilten Täters ist bei schweren Straftaten mittlerweile üblich. „Die Spuren des Mannes, die an der Leiche aufgefunden wurden, lassen keinen Zweifel zu, dass er für die Tötung verantwortlich ist”, sagte Staatsanwalt Rahmer am Samstagmittag. In der Wohnung des Mannes wurde laut Staatsanwaltschaft auch ein Gegenstand gefunden, der „mit ziemlicher Sicherheit” aus dem Besitz des Opfers stammt.

Streit um den "Dirnenlohn"

Der ermittelnde Staatsanwalt Wolfgang Rahmer: „Wir wussten seit Freitag um 14.30 Uhr, dass der Mann für die Tat in Betracht kommt”.

„Wir wussten seit Freitag um 14.30 Uhr, dass der Mann für die Tat in Betracht kommt”, so Rahmer. Wenige Stunden später klickten an der elterlichen Wohnung des Mannes in Lüdenscheid die Handschellen. „Er hat keinen Widerstand geleistet, aber zunächst seinem Befremden Ausdruck verliehen”, erläutert der Staatsanwalt. Während der Vernehmung habe der Mann eingeräumt am Morgen der Tat bei der Frau als Freier im Hagener Rotlichtviertel an der Düppenbecker Straße zu Gast gewesen zu sein und mit ihr wegen des „Dirnenlohns” in Streit geraten zu sein. Dabei sei es auch zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Eine Verantwortung für den Tod der Frau stritt der Tatverdächtige ab, da sie „noch geatmet” habe, als er die Wohnung verlassen habe.

Der Mann, dessen Identität die Polizei derzeit mit „F.” angibt, sitzt in Untersuchungshaft. Weitere Einzelheiten über die Identität des mutmaßlichen Täters gibt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht bekannt. Weiterführende Aussagen von F. gibt es zurzeit nicht. „Er hat von seinem Recht gebrauch gemacht, Kontakt mit einem Anwalt aufzunehmen”, so Staatsanwalt Rahmer.

Name des Opfers ist Eunice O.

Weitere Einzelheiten gibt es indessen zur Identität des Opfers. Es handelt sich vermutlich um die 24 Jahre alte Eunice O. aus der nigerianischen Stadt Irrua, die sich illegal in der Bundesrepublik aufhielt und als Prostituierte arbeitete. Die Polizei war bei ihren Ermittlungen auch auf zwei Schwestern der Toten gestoßen, die sich in Deutschland aufhalten. Kontakt wurde auch mit der Familie von Eunice O. in Nigeria aufgenommen. „Die Nachricht vom Tod des Familienmitgliedes wird aber mit Gleichgültigkeit aufgenommen”, sagte Rahmer.

Taxifahrer als Zeuge gesucht

Die Polizei sucht nach wie vor nach einem wichtigen Zeugen. F. hatte sich nach der Tat (früher Sonntagmorgen des 24. Januar) mit einem Taxi aus der Hagener Innenstadt nach Lüdenscheid fahren lassen. Der Taxifahrer wird dringend gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Boris Schopper

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