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25 Jahre Gleichstellung an Fernuni Hagen - Engagierte Frauen ohne lila Latzhosen

04.09.2012 | 17:54 Uhr
Zur Jubiläumsveranstaltung waren alle früheren Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragen gekommen, um mit Rektor Prof. Hoyer (rechts), Kanzlerin Regina Zdebel (oben r.), Hochschulratsvorsitzendem Dr. Manfred Scholle (oben l.) und Gästen zu feiern.Foto: Fernuni

Hagen.   Zur Feier von 25 Jahre Gleichstellung an der Fernuni Hagen diskutierten ehemalige Frauenbeauftragte und die heutige Gleichstellungsbeauftragte in Hagen. Der Tenor: Es ist viel erreicht. Das war auch die Botschaft von Rektor Helmut Hoyer: Eine Professorin nur habe es vor 25 Jahren gegeben.

„Zum ersten Mal haben wir eine Frau ausgewählt. Dass Sie mir keine Schande machen.“ Das hörte Regina Zdebel von ihrem Chef, als sie 1990 in die Hochschulverwaltung der Uni Bonn wechselte. Die heutige Kanzlerin der Fernuniversität Hagen erzählte diese Anekdote bei einer Feier zu 25 Jahre Gleichstellung an der Fernuni, um zu demonstrieren, was sich geändert hat, was heute nicht mehr möglich wäre. Tenor: Es ist viel erreicht.

Das war auch die Botschaft von Rektor Helmut Hoyer: Eine Professorin nur habe es vor 25 Jahren gegeben. „Aber“, so Hoyer weiter, „das heißt nicht, dass dieser Zustand als schlimm empfunden wurde.“ Dafür gab es aus dem größtenteils weiblichen Publikum Gelächter. Aber kein zustimmendes wie bei Zdebel. Denn wie die Frauen das empfunden haben, hatte Hoyer wohl nicht im Blick. Einige von denen waren gestern da: bei der Podiumsdiskussion mit fünf Frauenbeauftragten unter dem Motto „Mehr als gestern - weniger als morgen“.

Lenelis Kruse war die erste Professorin an der Fernuni. Ihre Erfahrung: „Die Diskriminierungen sind subtiler geworden.“ Chancengleichheit sei noch lange nicht erreicht. Widerstände werde es weiter geben, denn: „Jeder Posten für eine Frau ist einer weniger für einen Mann.“

Fernuni Hagen hat jetzt 14 Professorinnen

Jetzt hat die Fernuni 14 Professorinnen. Das sind immer noch nur 20 Prozent. „Ausbaufähig“ nannte Hoyer das. Und sah die Leistung der Gleichstellungsstellen darin, dass derlei nicht mehr als normal empfunden werde. „Es gibt kaum etwas Schwierigeres, als das sogenannte Normale zu hinterfragen und geistige Mauern einzureißen.“ Und die Hochschule habe dabei wenig Unterstützung geleistet.

Neue Gebäude der FernUni Hagen

Die Frauen der ersten Stunde erinnern sich unterschiedlich. Marianne Groten berichtet vom Kampf um Anerkennung, von „Verständigungsschwierigkeiten mit den Herren“, von einer ewigen Bittstellerposition, war aber „für den Anfang ganz zufrieden“ und empfand eine „durchaus wohlwollende Atmosphäre“.

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Kommentare
07.09.2012
22:12
25 Jahre Gleichstellung an Fernuni Hagen - Engagierte Frauen ohne lila Latzhosen
von xxyz | #1

Bis wann wollen die Frauen noch jammern und weiter Posten wie Gleichstellungsbeauftragte etc. besetzen.
Gleichstellung heißt auch, dass Leistung zählen muss und nicht das Geschlecht. Dies wird heute nicht mehr beachtet, und das ist eindeutig negativ für den Standort Deutschland.

Schon zu meiner Zeit, hängten sich die Mitarbeiter an die Förderungen von Frauen, weil sie wussten, dass dies die Chance vervielfältigt. Inhalt ist dann nicht so wichtig.

In den Parteien sind ca. 1/3 der Mitglieder Frauen, dennoch ist oft ein Ministerposten oder ein Führungsposten garantiert. Das das für die Qualität oft nicht sinnvoll ist, zeigen viele Beispiele.

Ist es im linken Spektrum nicht sogar so, dass immer mind. eine Frau an der Doppel-Spitze stehen muss. Ob Männer dabei sind, interessiert nicht.

Gleichberechtigung sind für mich anders aus.

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