2014 gehört zu den drei wärmsten Jahren in Hagen

Hagen..  Mit einer Mitteltemperatur von 11 Grad lag das vergangene Jahr 1,3 Grad über dem Durchschnitt der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode von 1981 bis 2010 ergab sich noch eine Abweichung von 1,1 Grad. Damit zählte 2014 zu den drei wärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen am Eugen-Richter-Turm im Jahr 1956. Seit 2000 gab es nur zwei Jahre, in denen es zu kühl war.

Neun Monate waren wärmer als üblich. Insbesondere der warme Winter, der Frühling und auch der Herbst brachten einen deutlichen Temperaturüberschuss, während der Sommer zu kühl ausfiel. Der August war sogar mehr als 2 Grad zu kalt, wobei der Januar eine Übertemperatur von 3 Grad zu bieten hatte. Der extrem milde Winter und schnell einsetzende Frühling sorgte für außergewöhnlich wenig Frost. An der Sternwarte traten nur an 14 Tagen Minusgrade auf – ein niedriger Wert wie nie zuvor. Der bisherige Rekord von 29 Tagen stammte aus dem Jahr 2007.

Ein Eistag im Dezember

Ein weiterer Rekord: Die frostfreie Zeit betrug 299 Tage. Im langjährigen Mittel sind 204 Tage am Stück zu erwarten, an denen es keinen Frost gibt. Im Dezember gab es das erste Mal seit März 2013 wieder einen sogenannten Eistag, an dem das Thermometer auch tagsüber unter dem Gefrierpunkt liegt. Am Morgen des 28. Dezember gab es die tiefsten Temperaturen des gesamten Jahres mit -6,8 Grad in Dahl und -6,7 Grad an der Sternwarte. An nur wenigen Tagen lag Schnee, der auf den Höhen im Hagener Süden zeitweise bis zu 10 Zentimeter hoch war.

Im März und im November wurden neue Temperaturrekorde gemessen. Am 9. März wurde, begünstigt durch kräftigen Sauerlandföhn, mit 24,1 Grad in Hohenlimburg ein neuer Dekadenrekord aufgestellt und am 1. November ebenfalls in Hohenlimburg mit 22,4 Grad ein neuer Allzeitrekord für den Monat erreicht. Die absoluten Jahreshöchstwerte blieben aber hinter den Erwartungen zurück. Im Juli stiegen die Werte in Hohenlimburg auf 34,5 Grad, gefolgt von Fley und Dahl mit jeweils 33,9 Grad und der höher gelegenen Sternwarte mit 32,2 Grad.

Erwähnenswert sind die hohen Nachttemperaturen in der Nacht auf den 19. Juli. In Hohenlimburg wurde dabei ein Minimum von 23,7 Grad und an der Sternwarte von 23,4 Grad registriert. Sommertage mit 25 Grad und mehr wurden zwischen April und September an 35 Tagen beobachtet. Heiße Tage mit 30 Grad und mehr gab es ausschließlich im Juni und Juli an insgesamt 6 Tagen. Die langjährigen Mittelwerte wurden deutlich unterschritten. An 206 Tagen fiel messbarer Niederschlag, an 12 davon mit Schnee, welcher sich auf insgesamt 954 Liter pro Quadratmeter an der Wetterstelle am Eugen-Richter-Turm und 1040 Liter an der Wetterstation in Dahl summierte. Damit war das vergangene Jahr um 5 bis 10 Prozent zu trocken. Der März war der trockenste und der Juli der nasseste Monat. Die höchste Tagesmenge wurde im Juli in der Selbecke mit 51 Liter pro Quadratmeter gemessen. Gewitter traten an insgesamt 31 Tagen auf.

Weniger Sonne als sonst

Die Sonne schien mit 1480 Stunden rund 5 Prozent weniger als sonst. Im Sommer und Herbst gab es oftmals Defizite. Windig war es vor allem in den Herbst- und Wintermonaten. An 160 Tagen wehte der Wind stark (> Windstärke 6) und an 36 Tagen stürmisch (> Windstärke 8). Die höchste Windgeschwindigkeit wurde mit 88 Kilometer pro Stunde im Januar gemessen.