159 Menschen aus 20 Nationen leben unter einem Dach

Ehrenamtliche aller Hilfsorganisationen setzen sich für die Flüchtlinge in der Regenbogenschule ein.
Ehrenamtliche aller Hilfsorganisationen setzen sich für die Flüchtlinge in der Regenbogenschule ein.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
159 Flüchtlinge aus 20 Nationen sind am Samstag in Hagen in der Aufnahmestelle des Landes in der Regenbogenschule eingetroffen. Viele Bürger helfen ehrenamtlich.

Hagen.. Bis in die Abendstunden verwandelten am vergangenen Freitag die vielen ehrenamtlichen Helfer der Hilfsorganisationen sowie Vertreter von Behörden die leer stehende Hohenlimburger Regenbogenschule in eine menschenwürdige Flüchtlingsaufnahmestelle für bis zu 200 Menschen. Doch bis die ersten Bewohner tatsächlich einzogen, wurde es dann doch Samstagmittag: Um 12.35 Uhr fuhr der erste Bus mit Flüchtlingen – vorzugsweise Kosovaren und Afrikaner – in der Wilhelmstraße vor. Weitere folgten gegen 14.15 und 17.30 Uhr. Am Abend hatten sich 159 Flüchtlinge mit ihren wenigen Habseligkeiten und völlig übermüdet auf die einstigen Klassenräume verteilt: 120 Männer, 39 Frauen, darunter 38 Kinder. Das Gros stammt aus dem Kosovo und aus Mazedonien, aber es sind auch Afghanen, Serben, Libanesen, Syrer, Ukrainer, Iraker und Marokkaner darunter – Menschen aus insgesamt 20 Nationen.

Erleichterung und Dankbarkeit

Wer befürchtet hatte, dass damit auch reichlich Reibungsfläche für Animositäten und Konflikte geboten sei, wurde am Wochenende schnell eines Besseren belehrt: „Alle Helfer schwärmen von einer ganz besonderen Atmosphäre in der Einrichtung“, erzählte am Sonntag Stadt-Sprecher Thomas Bleicher. „Die Stimmung ist geprägt durch eine Mischung aus Erleichterung, Gelöstheit und einem hohen Maß an Dankbarkeit.“ Nach der Registrierung wurden die Menschen auf die Schlafräume aufgeteilt. Dabei stellte sich heraus, dass die Strukturen des Schulgebäudes sich bestens eignen, um die Bewohner entsprechend ihrer ethnischen, religiösen oder auch nationalen Befindlichkeiten aufzuteilen. 200 Ehrenamtliche – Privatleute ebenso wie die gut 200 Mitarbeiter der Hilfsorganisationen – stemmen aktuell rund um die Uhr die Betreuung.

Die Gesundheitschecks der Gesundheitsbehörden ergaben, dass viele Flüchtlinge an Erkältungskrankheiten leiden. Ab Samstagabend beteiligte sich auch der Chefarzt der Herdecker Kinderklinik, Prof. Alfred Längler, an dem Untersuchungsmarathon, um Masern- und Windpocken-Infektionen definitiv ausschließen zu können. Bislang geben die Diagnosen keinerlei Anlass zu Sorge. Dennoch mussten vier Flüchtlinge – zwei Erwachsene und zwei Kinder – wegen anderer Krankheitsbilder in Hagener Krankenhäuser eingeliefert werden.

Die gesamten Kosten für die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge in der Regenbogenschule trägt das Land Nordrhein-Westfalen, die Stadt muss hingegen weiterhin für die kommunal zugewiesenen Flüchtlinge in den anderen Einrichtungen finanziell mit gerade stehen.