1157 Wohneinheiten unter Denkmalschutz

Auf Initiative des Bürgervereins Wesselbach besichtigten jetzt 47 Männer und Frauen die Margarethenhöhe in Essen.
Auf Initiative des Bürgervereins Wesselbach besichtigten jetzt 47 Männer und Frauen die Margarethenhöhe in Essen.
Foto: WP

Hohenlimburg / Essen..  Die Gartenstadt Margarethenhöhe, benannt nach der Stifterin Margarethe Krupp, war auf Einladung des Bürgervereins Wesselbach das Ziel von 47 Frauen und Männern. Thomas Möller, geschäftsführender Vorstand der Margarethe-Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge, empfing die Besuchergruppe unweit des Essener Grugaparks und erwies sich als launiger und bestens informierter Gastgeber.

Die Gartenstadt galt schon während ihrer Entstehungszeit zwischen 1909 und 1920 als Paradebeispiel einer zweckmäßigen und zugleich menschenfreundlichen Siedlungsbauweise.

Gelände 50 Hektar groß

Die Teilnehmer aus Hohenlimburg erlebten, wie die Häuser, von denen kaum eines dem anderen gleicht, nicht nur auf architektonisch Interessierte eine starke Anziehungskraft ausübt. Geschwungene Giebel und Laubengänge, Erker, Holzfensterläden und Natursteinsockel prägen den liebenswerten Gesamteindruck. Für einen Blick hinter die Fassaden ist eine Museumswohnung eingerichtet, die auch mit ihren energetischen Vorhaltungen für die Zeit ihrer Entstehung beispielhaft und vorausschauend war.

Aus Anlass der Hochzeit ihrer Tochter Bertha am 15. Oktober 1906 mit Gustav von Bohlen und Halbach gründete Margarethe Krupp, die Frau Friedrich Alfred Krupps, am 1. Dezember 1906 die „Margarethe-Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge“. Als Margarethe Krupp, die seit dem Tod ihres Mannes Friedrich Alfred Krupp von 1902 bis Ende 1906 die Geschichte von Haus und Firma Krupp bestimmte, am 1. Dezember 1906 den Grundstein zur Margarethenhöhe legte, begründete sie damit das in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg in Deutschland anspruchsvollste Siedlungswerk.

Aus ihrem Privatvermögen hatte die Chefin des Hauses Krupp riesige Ländereien im Essener Süden erwerben lassen. Auf ihre Initiative wurde mit der Genehmigungsurkunde vom 27. Mai 1907 die „Margarethe-Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge“ gegründet. Margarethe Krupp brachte in diese Stiftung das 50 Hektar große Siedlungsgelände und ein Baukapital in einer Höhe von einer Millionen Mark ein. Die Leitung der Stiftung wurde paritätisch mit fünf Mitgliedern des Essener Stadtrates und fünf Mitgliedern der Krupp’schen Werksverwaltung besetzt unter Vorsitz des Oberbürgermeisters.

Kontinuierliche Sanierung

„Der heutige Gebäudebestand der Stiftung setzt sich aus zwei großen und in unterschiedlichen Zeiträumen realisierten Siedlungseinheiten zusammen: Der Alten Margarethenhöhe (Bauzeit 1909-1934/38, Prof. Dr. Georg Metzendorf) und der Neuen Margarethenhöhe (Bauzeit 1962-1966, 1971-1980) nach Plänen von Dr. Wilhelm Seidensticker“, so Thomas Möller

Am 12. November 1987 wurde der größte Teil der „Alten“ Margarethenhöhe mit 586 Gebäuden und 1157 Wohneinheiten unter Denkmalschutz gestellt. Seitdem erfolgen kontinuierlich denkmalpflegerische Sanierungsmaßnahmen. Maxime dieser Arbeiten ist der behutsame Erhalt der historischen Bausubstanz bei gleichzeitiger Modernisierung der Wohnungen.