Grundschul-Empfehlungen in der Diskussion
20.02.2010 | 13:53 Uhr 2010-02-20T13:53:26+0100
Am heutigen Samstag haben mehrere tausend Eltern die letzte Möglichkeit, ihr Kind auf einer weiterführenden Schule anzumelden. Als Richtlinie für die Eltern gilt eine Empfehlung der Grundschule. Wie gut diese Empfehlungen sind - darüber gehen die Meinungen auseinander.
Die Verbindlichkeit der Grundschul-Empfehlungen wurde zum Schuljahr 2006/07 erhöht. Seitdem sprechen Grundschulen Empfehlungen für Haupt- oder Realschulen bzw. Gymnasien aus, über die sich Eltern nicht einfach hinwegsetzen können. Es gibt auch Empfehlungen „mit Einschränkung“. Dann steht vor der Anmeldung ein Beratungsgespräch. Wollen Eltern aber ihr Kind z. B. auf einem Gymnasium anmelden, obwohl nur eine eindeutige Realschul-Empfehlung vorliegt, wird das Kind in den dreitägigen, so genannten „Prognoseunterricht“ gesteckt. Schulrat Klaus Lemanczyk: „Etwa ein Drittel der Kinder im Prognose-Unterricht schafft dadurch den Einstieg auf die nächst höhere Schulform.“ Insgesamt seien das etwa ein Prozent der Schüler. In den letzten Jahren seien etwa jeweils 50 bis 60 Kinder zum Prognoseunterricht geschickt worden. Grundsätzlich hält Lemanczyk die Grundschul-Empfehlungen für „absolut professionell erstellt und in der Regel zuverlässig.“ Dieser Ansicht sind auch die meisten Leiter von Gymnasien, Real- oder Hauptschulen. Thomas Jung, Realschule Essen-West: „Bis auf wenige Ausnahmen treffen die Empfehlungen zu.“ Beate Zilles, Helmholtz-Gymnasium: „Bei eingeschränkten Empfehlungen weisen wir darauf hin, dass das Kind Unterstützung der Eltern brauchen wird.“ Die Grundschulen träfen aber „eigentlich gute Entscheidungen“.
Die Gesamtschulen beurteilen dies anders: „Zwischen Empfehlung und tatsächlicher Leistung liegen manchmal Welten“, sagt Theo Reidick (Gesamtschule Borbeck). Auf „zehn bis 20 Prozent“ schätzt er die Menge der Schüler, deren Leistung erheblich von der Prognose abweiche. Deswegen haben Borbeck und andere Gesamtschulen eigene Eingangs-Diagnosen entwickelt: Angemeldete Schüler durchlaufen aufwändige Rechtschreib-, Lese-, Mathe- und Intelligenztests, um individuell gefördert zu werden. An der Gesamtschule Nord hat 2009 jeder zweite Schüler das Haus mit einem höheren Abschluss verlassen, als ihm die Grundschule vorhergesagt hatte.
17:10
Warum muss man eigentlich immer so ein Mist lesen wie Joe ihn muschreibt? Erst denken, dann informieren und dann schreiben. Die Abiturprüfungen der Gesamtschüler werden von Lehrern des Gymnasiums ausgewertet und sind auch die gleichen Prüfungen, noch Fragen, Schlaumeier?
02:49
Das geteilte deutsche Schulsystem klaut Kindern die Bildungschancen. Dass die Selektion zu früh stattfindet, bzw. keine Chancengleichheit gegeben ist, ist nicht erst seit der PISA Studie bekannt.
Die Bildungschancen, die Kindern gegeben werden, entscheiden über den Bildungserfolg. Hier schauen die Gesamtschulen eindeutig genauer hin, auf welche Weise man Kinder individuell fördern kann.
Jedes Kind, das auf der Hauptschule landet, verliert allein schon durch das Stigma sämtliche Chancen am Arbeitsmarkt - mit 10 Jahren. Was für ein Land gibt seine Kinder so früh auf?
21:12
10-20% erheblich von der Prognose abweiche;
jeder zweite Schüler das Haus mit einem höheren Abschluss verlassen, als ihm die Grundschule vorhergesagt hatte
Klares Fazit die Gesamtschule verschenkt ihre Abschlüße bzw. bleibt unter den regulären Erwartungen zurück
20:35
Also meine Jungs also dat Kevin und der Dustin sind der schlauesten Kinder überhaupt auf die Welt. Deshalb müssen die auch auf die Gümnasium gehen und Abitur machen, weil dann können die Behtriebswirtschaftslehre an der elite Uni Essen studieren und so. Und dann werden das ganz erfohlreiche Manager bei Porsche und so.....
13:53
Die Gesamtschulen beurteilen dies anders: „Zwischen Empfehlung und tatsächlicher Leistung liegen manchmal Welten“, sagt Theo Reidick (Gesamtschule Borbeck).
Diese Aussage kann ich als Vater nur bestätigen. Mein Ältester war in der Grundschule ein mittelguter Schüler. Jetzt auf der Realschule hat er durchweg gute bis sehr gute Noten. Die schulische Benotung auf der Grundschule hat doch viel mit der zwischenmenschlichen Beziehung Lehrer/Schüler zu tun. Daher plädiere ich für ein System, in welchem die Eltern das letzte Wort haben oder eine Kombination aus Empfehlung, Elternentscheidung und Aufnahmeprüfung. Nur so wird man dem Kind gerecht. Wobei ich dazu sagen möchte, daß ich dieses Schulsystem in seiner jetzigen Form ablehne, da es nicht zum Wohle der Kinder ist.