Kirche : Stadtbücherei bald in Liebfrauenkirche?
Goch. Liebfrauenkirche im Tausch gegen ein ehemaliges Kloster – jetzt kommt noch einmal richtig Bewegung ins Spiel der Ideen und Visionen rund um das Gotteshaus. Dieses ungewöhnliche Tauschgeschäft halten Kirchengemeinde und Stadt Goch zur Rettung der Liebfrauenkirche für realisierbar.
Nämlich genau dann, wenn alle derzeit laufenden Optionen scheitern. Denkbar wäre, dass die Gocher Stadtbücherei in die Liebfrauenkirche einzieht und die St.-Arnold-Janssen-Gemeinde das Gebäude am Klosterplatz nutzen kann.
Wie genau diese Nutzung des ehemaligen Tertiarinnenklosters dann aussehen würde, steht noch in den Sternen. Pastor Günter Hoebertz kann sich mit der Idee allerdings gut anfreunden, denn: „Dann könnten wir die Krypta, die dann Eigentum der Stadt ist, als Gottesdienstort behalten, hätten aber unsere Fläche abgebaut”, erklärt Pastor Hoebertz, „schließlich arbeiten wir seit Monaten auf Hochtouren an der besten Lösung für alle.”
Lösung für beide Seiten
Die Möglichkeit eines solchen Gebäudetausches war im Austausch von Kirchengemeinde und Bürgermeister Karl-Heinz Otto entstanden. Eine Lösung, mit der sich beide Seiten gut anfreunden könnten. Die Liebfrauenkirche als Heimat für die Stadtbücherei würde ebenfalls gut ankommen, sind sich die Beteiligten sicher. „Es gibt immer Bestrebungen, die Bücherei attraktiver zu gestalten. Im jetzigen Gebäude sind Räume und Entfaltungsmöglichkeiten begrenzt”, so Stadtsprecher Torsten Matenaers.
Damit ist der Gebäudetausch die aktuellste Idee der momentan vielfach kursierenden Nutzungsmöglichkeiten. Kaufinteressenten gibt's mehrere. Einer von ihnen war bisher die Gemeinschaft „Shalom”, die aus der Liebfrauenkirche ein Kloster gestaltet hätte. Diese Option fällt weg: „Weil das Projekt nicht finanzierbar ist”, so Hoebertz, „die Anlage ist schlichtweg zu groß für sie gewesen.” Unter den Interessenten sollen unter anderem auch, nach NRZ-Informationen, die Katholischen Kliniken Kreis Kleve sein, die eine Einrichtung für Senioren planen. „Es laufen noch verschiedene Optionen”, sagt der Pastor – mehr verrät er derzeit noch nicht.
Erhalt hat oberste Priorität
Für die Stadt Goch hat der Erhalt des Gebäudes oberste Priorität, „die Liebfrauenkirche ist Wahrzeichen der Stadt”, formuliert Torsten Matenaers die Bedeutung, „mit Blick auf die Historie ist darüber hinaus erkennbar, dass dieses Gotteshaus erst durch die Bürger der Stadt entstanden ist.”
Eine Idee stellte das Bürgerforum (BFG) der Öffentlichkeit vor: das „Generationenzentrum Liebfrauen”. Die Partei stellt sich ein kulturelles und soziales Zentrum innerhalb der Liebfrauenkirche vor, das von den Gochern selbst getragen werden soll.
















