Kommentar

Zwingend nachbessern!

Jeder, der vor 20 Jahren stationär in einem Krankenhaus behandelt wurde und jetzt erneut Patient in einer Klinik wird, erlebt den krassen Unterschied am eigenen Leib. Wo man sich an ruhige Abläufe erinnert, als die Pflegekräfte mit einem längeren Gespräch auch mal Zeit hatten, die Seele des Patienten zu streicheln, ist jetzt eher rastloses Handeln angesagt, um das Arbeitspensum zu bewältigen. Die Personalnot belastet die Pflegekräfte in hohem Maße, die bei Engpässen durch Urlaub oder Krankheitsfälle ihre Aufgaben in ihrer Regelarbeitszeit kaum bewältigen können. Auch für die Arbeitgeber ist das eine bedenkliche Situation, wenn sie dem vorgeschriebenen Arbeits- und Gesundheitsschutz ihrer Beschäftigten Rechnung tragen wollen. Gefragt werden muss, inwieweit aus der Not heraus rechtliche Grauzonen betreten werden, wenn bei akuten Mitarbeiterengpässen weniger Personal als vorgeschrieben die Verantwortung für Leib und Leben der Patienten übernehmen muss. Kein Wunder, dass Patienten und Angehörige so zweifeln, ob eine ausreichende und sichere Versorgung stattfindet und sie Sorge haben, dass zum Beispiel in der Hektik mal ein Medikament vertauscht wird. Die Politik muss hier zwingend nachbessern!