Zweite FH gleich nebenan
11.08.2009 | 19:08 Uhr 2009-08-11T19:08:00+0200Gladbeck. Die Gründung der Fachhochschule Ruhr-West und der Dependance in Bottrop bringt Vorteile auch für Gladbeck.
Gladbeck erhält einen zweiten Fachhochschulstandort in direkter Nachbarschaft – die Fachhochschule Gelsenkirchen liegt ja bekanntlich nur wenige Kilometer von der östlichen Stadtgrenze entfernt; eine gute Nachbarschaft und kontinuierliche Kontakte zur Stadt Gladbeck haben sich längst entwickelt.
Nun tut sich etwas in der genau entgegengesetzten, westlichen Himmelsrichtung: Fachleute und Führungskräfte der Energiewirtschaft will die Fachhochschule Ruhr West an ihrem künftigen Standort in Bottrop ausbilden.
Schon im September werden die Lehrenden und Studierenden übergangsweise in Räumen des Bottroper Berufskollegs loslegen – die Überschrift zum Studiengang lautet „Energiesysteme und Energiewirtschaft”. Es handelt sich um einen zu 60 Prozent technisch geprägten Studiengang, in dem aber auch andere thematische Bereiche zum Zuge kommen: Betriebs- und Volkswirtschaft etwa und Wirtschaftsmathematik.
Die Absolventen sollen so für berufliche Tätigkeiten bei großen Energieversorgern wie RWE und E.ON qualifiziert werden; aber auch die chemische Industrie, Umweltbehörden und Energie-Agenturen sind mögliche Arbeitgeber und Tätigkeitsfelder.
Der Bottroper Studiengang unterscheide sich deutlich vom Angebot an der FH Gelsenkirchen, betont Professor Gerd Bittner, der von Gelsenkirchen an die neue FH nach Bottrop wechselt und dort den FH-Standort leitet. Die Zentrale der neuen FH wird in Mülheim/Ruhr angesiedelt.
Für Studien-Interessenten lohnt sich also künftig sicherlich ein detaillierter Vergleich der Angebote in Gelsenkirchen und in Bottrop. Insgesamt gesehen gewinnen Studien-Interessenten aus Gladbeck mit dem neuen FH-Standort in Bottrop also weitere, wohnort-nahe Ausbildungschancen hinzu.
Bottrop als zweiter FH-Standort in unmittelbarer Nähe stärkt langfristig auch die Stadt Gladbeck als Wirtschaftsstandort; denn gerade die Fachhochschulen bilden mit ihren überaus praxis-bezogenen Ausbildungsgängen und Forschungen einen wichtigen Teil der lokalen Standortqualität. Selbst in Kommunalwahlkampf spielte das FH-Thema bereits eine Rolle.
So wurde Bürgermeister Ulrich Roland bei der Bürgermeisterkandidaten-Podiumsdiskussion der WAZ im Juni ausdrücklich gefragt, warum sich Gladbeck nicht (wie Bottrop) als Standort für die Ruhr-West-FH-Depandance beworben habe.
Ulrich Roland verwies einerseits auf die bereits bestehenden, guten Kontakte zur Fachhochschule in Gelsenkirchen; anderseits darf es wohl als sicher gelten, dass eine neue Ruhr-West-FH-Depandance in Gladbeck wegen der unmittelbaren Nähe zur Fachhochschule Gelsenkirchen kaum echte Chancen auf eine Verwirklichung gehabt hätte.
0mitdiskutieren