Zum dritten Mal: Ex-Minister Zöpel gegen A 52 in Gladbeck

Treffen an der Trasse: Christoph Zöpel mit Matthias Raith (re.) und Stephan Müller (li.) vom Bürgerforum.
Treffen an der Trasse: Christoph Zöpel mit Matthias Raith (re.) und Stephan Müller (li.) vom Bürgerforum.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ex-NRW-Verkehrsminister Christoph Zöpel (71) kam am Mittwoch an die B-224-Trasse, um erneut festzustellen: „Ein Ausbau zur A 52 ist nicht sinnvoll.“

Gladbeck/Gelsenkirchen.. Im März 2012, unmittelbar vor dem Ratsbürgerentscheid, stattete Prof. Christoph Zöpel der B-224-Trasse seine erste Visite ab und erteilte dem A-52-Ausbau eine klare Absage. Dann kam er im Sommer 2013 zu einer Mobilitäts-Werkstatt nach Gladbeck. Am Mittwoch war der Ex-NRW-Verkehrsminister wieder an der B 224 zu Gast - auch bei dieser mittlerweile dritten Visite stand die Absage an einen A-52-Ausbau im Blickpunkt.

Der Sozialdemokrat ist mittlerweile 71 Jahre alt, und er gilt als ein echtes Urgestein der Landes- und Regionalpolitik: Prof. Dr. Christoph Zöpel (SPD) war einst NRW-Minister für Landes- und Stadtentwicklung, später dann Landesminister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr.

Zöpel kennt beim Thema Verkehrsinfrastruktur auch im Alter keinen Ruhestand: Auf Einladung der Bürgerinitiativen aus Essen, Bottrop und Gladbeck war der Ex-Minister am Mittwoch entlang der B-224-Trasse unterwegs. Begutachtet wurden die „neuralgischen Punkte“ der Strecke, etwa die Kreuzung mit der Hövelstraße im Essener Norden oder auch die Ostermann-Kreuzung in der Nachbarstadt Bottrop.

„Keine neuen Autobahnen in Ballungsgebieten“

Christoph Zöpel ist ein Ex-Verkehrsminister, der dafür plädiert, neue Autobahnen in Ballungsgebieten grundsätzlich nicht mehr zu bauen, da sie aus seiner Sicht keinerlei Zukunfts-Probleme lösen und den betroffenen Regionen schaden. Das ist wahrlich keine Konsens-Position in der sozialdemokratischen Partei, aber das kann Zöpel, der schon immer als innovativer Querdenker galt, mittlerweile völlig gleichgültig sein.

Schon Mitte der 80-er Jahre sagte Zöpel bei einem Besuch im eng besiedelten Essener Norden einen Satz, der auch über zwei Jahrzehnte später immer noch zu diesem Thema zitiert wird: „Hier kann keine Autobahn gebaut werden.“

„Gigantismus der Planungen muss ein Ende haben“

„Ich kann keinen Sinn darin sehen, diese Strecke zu einer Autobahn auszubauen“, bestätigte der Ex-NRW-Minister im März 2012 in Gladbeck, und genau diese Position unterstrich Zöpel nochmals am Mittwoch bei seiner dritten A-52-Visite. Zöpel sieht die A 43 als eine geeignete, zentrale Nord-Süd-Achse im Revier, und er knüpft in seiner Argumentation an Ideen an, die er teils schon im Kabinett von Johannes Rau vertrat; er plädiert für alternative Verkehrskonzepte (u. a. Förderung des Radverkehrs) und für einen gezielten Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, vor allem für einen dichteren Takt der Nahverkehrsangebote. Der „Gigantismus“ der Autobahnplanungen müsse endlich ein Ende haben.