Zu wenig Arbeit - zu viele Leute
06.08.2008 | 18:15 Uhr 2008-08-06T18:15:15+0200Der neue GWG-Geschäftsführer Ralf-Joseph Schnittker kündigte fünf Mitarbeitern:Kurt Olbrisch klagt nun vor dem Arbeitsgericht gegen seinen Rauswurf
DAS THEMA "Es ist schlicht und einfach so, dass wir Personal für 2400 Wohneinheiten haben, aber nur noch 2000 zu verwalten haben", stellt GWG-Geschäftsführer Ralf-Joseph Schnittker fest. Der neue Chef bei der Gladbecker Wohnungsgesellschaft (GWG) - zu 96 Prozent im Besitz der Stadt - ist im April 2007 angetreten, die ins Trudeln geratene Firma zu sanieren. Immerhin hatten seine Vorgänger, die Geschäftsführer Schindler und danach Dr. Kloetsch, durch bis heute umstrittene Transaktionen die GWG in Schieflage gebracht.
Die GWG führt derzeit einen Prozess gegen eine Essener Bank, die behauptete, einen 5-Millionen-Anspruch durch eine Bürgschaft Dr. Kloetschs zu besitzen. In erster Instanz wurde die GWG - allerdings in einem reinen Urkundenprozess - zur Zahlung verurteilt.
"Wenn wir unsere Kredite bei den Banken verlängern wollen, dann schauen die sich unsere Kennzahlen beim Personal an - und da haben wir eindeutig zu viel", so Schnittker. Man kündigte zwischenzeitlich fünf Mitarbeitern - aus "betriebsbedingten Gründen", im Klartext wegen Arbeitsmangels.
GWG-Geschäftsführer Schnittker sagt, weil der frühere Geschäftspartner, die Stallwitz KG, der GWG schließlich auch die Verwaltung der Objekte Berliner- und Brunnenstraße entzogen habe, gebe es für Kurt Olbrisch (56) nicht mehr genug Arbeit. Dies nahm der Handlungsbevollmächtigte nicht ohne weiteres hin. Seit dem 16. Januar wegen angeblichen Fehlverhaltens frei gestellt, wurde ihm nachher noch drei Mal fristlos gekündigt.
Olbrisch ist seit dem 13. Dezember 1982 bei der GWG beschäftigt. Gestern war - nach fehlgeschlagenem Sühnetermin - Verhandlung beim Arbeitsgericht in Buer. Und der Gladbecker Rechtsanwalt Martin Löbbecke ließ keinen Zweifel aufkommen, dass er mit seinem Mandanten alle Kündigungen für rechtsunwirksam halte.
Zudem besitze Olbrisch - als über 55-Jähriger und nach zehnjähriger Betriebszugehörigkeit - auch noch einen "Sonderkündigungsschutz". Und Richterin von Rosenberg-Lipinsky-Küçücince ließ schon die Auffassung der 2. Kammer durchblicken: "Die Kündigungsgründe scheinen uns an den Haaren herbeigezogen." Offenbar ist die Sozialauswahl fehlerhaft getroffen - der jüngere Kollege (Domröse, 48 Jahre) müsste danach statt Olbrisch gehen.
"Es tut uns um jeden Einzelfall weh", so Ralf-Joseph Schnittker zur WAZ, "weil die Mitarbeiter nichts dafür können." Er verstehe, dass die Kläger diese Argumente vorbringen, "aber für Olbrisch gab es nichts mehr zu tun". Heute wird eine Entscheidung der Kammer erwartet.
17:35
Ich finde es eine Unverschämtlheit, Kollegen namentlich in der Zeitung zu erwähnen, denen eigentlich gekündigt hätte werden müssen!!!!!!!!
Bin als Mieter praktisch mit der GWG gross geworden. Und so weit ich mich erinnern kann, arbeitet besagter Herr Domröse auch schon seit Ewigkeiten da. Also geniesst er ja wohl auch diesen Sonderkündigungsschutz! Vielleicht fällt denen ja auch noch jemand ein, der vielleicht nicht so lange wie die beiden bei der GWG beschäftigt ist! Wie dem auch sei - Kollegen, mit denen man eventuell noch mal weiter zusammenarbeiten muss, sollte man nicht öffentlich in die Pfanne hauen!
21:47
Ich als Kunde der GWG kann nicht nachvollziehen das es zu viele Mitarbeiter in diesem Unternehmen geben soll.(Sie verwaltet unter anderem eine Tiefgarage in Rentfort).Ich habe bis zum heutigen Tag immer noch keine Abrechnung für das Jahr 2007 erhalten, Eine Eigentümerversammlung hat in diesem Jahr auch noch nicht stattgefunden.Meine Bitte an den Herrn Schnittger wäre sich erst um seine Kunden zu kümmern.
Mit freundlich Grüssen
Ihr Kunde aus Rentfort