Zu Neujahr gibt’s bei der Feuerwehr Currywurst mit Pommes

Im Gemeinschaftsraum sitzen die Feuerwehrleute zusammen.
Im Gemeinschaftsraum sitzen die Feuerwehrleute zusammen.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Um 7.30 Uhr beginnt für die Feuerwehr Gladbeck auch am ersten Tag des Jahres die Schicht. Ein Besuch bei der diensthabenden Wachabteilung 3.

Gladbeck..  Um 5.45 Uhr war die Nachtruhe für Paul Heisterkamp am Neujahrstag beendet. Auch Martin van Dorn musste früh aus den Federn, genau wie die anderen von der Wachabteilung 3 der Gladbecker Feuerwehr. Um 7.30 Uhr haben sie ihre Kollegen abgelöst, die zum Jahreswechsel Dienst hatten. Entsprechend kurz fielen die Silvesterpartys aus, entsprechend nüchtern mussten die Männer und die Frau bleiben.

„Der Silvesterdienst ist deutlich schlimmer als der Neujahrsdienst“, findet Heisterkamp, der den Einsatzdienst steuert. Am letzten Tag des Jahres häufen sich erfahrungsgemäß mit Einbruch der Dunkelheit die Einsätze für Feuerwehr und Rettungsdienst (siehe Lokalseite 1), sei es durch unvernünftiges Hantieren mit Feuerwerkskörpern oder durch übermäßigen Alkoholkonsum.

Zum Glück, sagt Heisterkamp, sei in diesem Jahr kein großes Feuer ausgebrochen – im vergangenen Jahr musste die Feuerwehr an Silvester einen brennenden Dachstuhl in Zweckel löschen. Zu einigen Containerbränden kamen diesmal ein Fehlalarm wegen eines auf einem Balkon gezündeten Böllers und ein anderer, weil Nachbarn eine Elektrokerze für eine echte, unbeaufsichtigt brennende Kerze hielten.

Rettungsdienst hat viel zu tun

Auch nach der ereignisreichen Nacht haben die Retter noch allerhand zu tun. Während der Start in den Dienst für die Feuerwehrleute recht gemächlich beginnt (große Wartungsarbeiten fallen am Feiertag auch nicht an), düsen ihre Kollegen vom Rettungsdienst auch am Neujahrstag mehrfach mit Blaulicht durch Gladbecks Straßen. Ob diese Einsätze mit der durchfeierten und oft auch durchzechten Nacht zu tun haben? „Den Unvernünftigen ist das Datum egal“, sagt Wachabteilungsleiter van Dorn lachend. Und überhaupt: Die Zahl der Rettungsfahrten sei in den vergangenen Monaten stark angestiegen, sagt Paul Heisterkamp. Die Ursache könne er aber nicht nennen. Beim Brandschutz sei die Zahl der Einsätze hingegen konstant geblieben, 880 Einsätze waren es 2014, Verkehrsunfälle, Tierfangaktionen und Türöffnungen inbegriffen.

24 Stunden dauert eine Schicht bei der Feuerwehr – auch an den Feiertagen. Damit die 16 Leute der Wachabteilung 3 nicht Hunger leiden müssen, gibt es mittags erstmal etwas auf die Gabel. Und weil an Neujahr wenigstens ein bisschen „Wünsch-Dir-was“ angesagt sein sollte, wenn man schon arbeiten muss, gibt es das Lieblingsessen. Pommes-Currywurst-Mayo.

Wer darf zu AC/DC?

In der Küche brutzeln die Smutjes des Tages, Brandmeister Fabian Frank und Oberbrandmeister Walter Hegemann, Bratwürste, rühren die dickflüssige Currysoße und lassen die Fritteuse warm laufen. Währenddessen klären die Kollegen letzte Feinheiten bei der Dienstplanung des neuen Jahres. Wer hat wann Urlaub, und, besonders wichtig: Wer bekommt frei für das AC/DC-Konzert im Juli in Gelsenkirchen?

Das neue Jahr im Kreis der Kollegen zu begrüßen – es gibt schlimmeres, finden van Dorn und seine Leute. Ob es Rituale gebe? „Nein, aber dass man sich vernünftig in den Arm nimmt und einander alles Gute fürs neue Jahr wünscht, das ist bei uns normal“, sagt der Wachleiter. Teamgeist ist bei Feuerwehr und Rettungsdienst besonders wichtig.

Der Zusammenhalt hilft auch dabei, Feiertage ohne die Lieben daheim zu überstehen. Denn eins ist klar: Bei drei Wachabteilungen in Gladbeck ist jeder mindestens einmal dran zwischen Heiligabend und Neujahr. Im kommenden Jahr muss Wachabteilung 3 an Heiligabend Dienst schieben „Besser als Silvester“, findet van Dorn. Da sind die einzelnen Abteilungen ja zum Glück nur alle drei Jahre dran.