Zirkus gastiert in Gladbeck - ein Blick hinter die Kulissen

Die Tiere, sagt Liane Köllner, brauchen viel Aufmerksamkeit und Pflege. „Und die bekommen sie auch.“
Die Tiere, sagt Liane Köllner, brauchen viel Aufmerksamkeit und Pflege. „Und die bekommen sie auch.“
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Manege frei“ heißt es beim Zirkus Altoff Köllner. Wir durften vorab schon einmal ein wenig Zirkusluft schnuppern. Nicht nur in der Manege.

Gladbeck..  Clowns, Tiere und akrobatische Stunts – das und vieles mehr kann man in der aufregenden Welt des Zirkus bestaunen. Doch wie viel Arbeit dahinter steckt, wird meistens übersehen. Der Zirkus „Altoff Köllner“ hat die WAZ eingeladen, einen Blick auf das Leben hinter der bunten Zirkuswelt zu werfen.

Die Zirkusfamilien Weisheit und Köllner kamen am Dienstagmorgen auf dem Festplatz in Gladbeck an. Seitdem sind sie vor allem mit Aufbauarbeiten beschäftigt. Alle Requisiten werden gründlich geprüft und sorgfältig aufgebaut, denn Sicherheit steht für die Familie im Vordergrund. Auch das tägliche Training für die Auftritte gehört für sie zum Alltag.

„Alle unterstützen sich gegenseitig bei den Übungen und proben zusammen“, erzählt Liane Köllner, die Zirkus- und Familienleben managt und mit leitet. Neben den Vorbereitungen für die spektakulären Auftritte müssen täglich die Tiere versorgt und der Haushalt geregelt werden. „Leben und Beruf kann man in der Zirkuswelt nicht trennen. Da wird es durchaus auch mal etwas stressiger. Aber meine Familie und ich könnten uns kein anderes Leben vorstellen“, berichtet Liane Köllner.

Gesundheit der Tiere ist wichtig

Auch ein ganzer Stall voller Tiere lebt und reist zusammen mit der Zirkusfamilie. Ob Pferde, Lamas, Dromedare oder Tiger – die Tiere brauchen viel Pflege und diese bekommen sie auch. „Wenn wir irgendwo ankommen, werden zuerst die Tiere versorgt und in ihre Gehege gelassen. Die Fütterung und Pflege steht auch morgens an erster Stelle. Dass es den Tieren gut geht, ist für uns sehr wichtig“, sagt die Zirkuschefin. Auch Nachwuchs gibt es im Zirkus. Das Dromedarjunge Aladin wird im Mai ein Jahr alt.

Der Zirkus verweilt immer nur kurz an einem Ort und das Reisen gehört zum Alltag. Da lassen sich Schulwechsel, Fernunterricht oder Besuche bei immer wieder wechselnden Ärzten nicht vermeiden. „Unsere Kinder freuen sich sehr über die Schulwechsel. Sie finden die Abwechslungen toll, die das Reisen so mit sich bringen“, erzählt Liane Köllner.

Eine Pause gönnt sich die Familie nur selten. Im Winter veranstalten sie einen Weihnachtszirkus und eine Silvestergala. „Wir sind immer unterwegs. Aber die Familie ist uns auch sehr wichtig. Für gemeinsame Treffen an Geburtstagen oder für andere Anlässe versuchen wir uns immer Tage freizuhalten.“ Einen Zirkus zu managen ist ein echter Fulltime-Job, aber eins ist ganz sicher: Langweilig wird das Zirkusleben mit Sicherheit nie.