Zeugen gesucht - Zwei Katzen vermutlich aus dem Fenster geworfen und getötet

Zwei Katzen in Gladbeck sind tot. Es besteht der Verdacht, dass sie ermordet worden sind.
Zwei Katzen in Gladbeck sind tot. Es besteht der Verdacht, dass sie ermordet worden sind.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Vage Aussagen reichen nicht. Im Fall der möglichen Ermordung zweier Katzen in Gladbeck sucht Peter Benien dringend nach Zeugen. Der Vorsitzende des Tierschutzvereins Pfotenhausen hat eine Verdächtige im Fokus und das Kreisveterinäramt eingeschaltet. Die Katzen wurden vermutlich aus dem Fenster geworfen.

Gladbeck.. Schon allein wenn Peter Benien berichtet, sträuben sich Tierfreunden vor Entsetzen die Nackenhaare: „Katzenmord in Butendorf?“ Der Vorsitzende des Tierschutzvereins (TSV) Pfotenhausen erzählt: „Vor wenigen Wochen ist es an der Horster Straße im Bereich zwischen Butendorfer Kirche und Kreisverkehr zum Sturz gleich zweier Katzen aus einem Wohnungsfenster mit tödlichem Ausgang gekommen.“

Dass es sich in beiden Fällen um einen Unfall handeln könnte, hält Benien für äußerst unwahrscheinlich. Er meint: „Da gleich zwei Katzen unmittelbar hintereinander aus dem Fenster stürzen, liegt der Verdacht nahe, dass sie herausgeworfen wurden.“ Dies sollen zwei Passanten beobachtet haben.

Peter Benien hat das Kreisveterinäramt (KVA) eingeschaltet, denn: „Im besagten Bereich ist es in der Vergangenheit dem Vernehmen nach schon häufiger zu Tierquälereien und Misshandlungen gekommen. Den zuständigen Stellen sind die Tatbestände, wie auch eine Verdachtsperson, seit Jahren bekannt.“ Enttäuscht meint er: „Wirklich unternommen wurde bisher allerdings nichts Effektives, angeblich, weil Zeugen fehlen, obwohl der Tierschutzverein Pfotenhausen Hinweise gegeben und Zeugen benannt hatte.“ Jochem Manz, Sprecher beim Kreis Recklinghausen, erklärt: „Wir brauchen konkrete Nachweise. Gerichtlich belastbare Hinweise sind bei uns nicht angekommen.“ Daran scheitere ein Vorgehen der Behörde. Vage Aussagen reichen nicht.

Verdächtige im Fokus

Benien hegt einen bestimmten Verdacht, wer diese Tierquälerei – wenn es sich denn nachweislich um eine solche Tat handelt – begangen haben könnte. „Bereits im Mai 2012 geriet Frau H. in unseren Fokus im Zusammenhang mit einer versuchten Hundetötung“, so Benien. Er hat die Frau, der das Kreisveterinäramt inzwischen ein Hundehaltungsverbot erteilt habe, in Verdacht, einen Australian Shepherd-Rüden ausgesetzt und misshandelt zu haben. Es liege die Annahme nahe, dass „man ihn mit einem harten schmalen Gegenstand erschlagen wollte“, erklärt der Gladbecker die tiefe schnittartige Kopfwunde des Hundes.

Benien erstattete Anzeige wegen Tierquälerei und versuchter Tötung eines Wirbeltieres. Die Frau habe aber weiterhin Hunde in der Wohnung. Peter Benien vermisst Kon­trollen der Behörde.

Zeugenaussagen dringend benötigt

Manz bestätigt die Aussage des Gladbeckers, dass der Fall beim KVA bekannt sei; ein Durchsuchungsbeschluss sei vollzogen worden. Wenn das Kreisveterinäramt derzeit nichts unternehme, sei das kein personelles Problem, sondern eine Frage fehlender, belastbarer Zeugenaussagen.