Zentraler Betriebshof Gladbeck lehnt Extra-Baumschnitt ab

Groß gewachsene Straßenbäume sollen in Gladbeck nicht radikal zurückgeschnitten werden.
Groß gewachsene Straßenbäume sollen in Gladbeck nicht radikal zurückgeschnitten werden.
Foto: Ulla Emig/WAZ FotoPool
Immer wieder beschweren sich Hauseigentümer über großgewachsene Straßenbäume, die ihre Fenster verschatten und deren Laub die Dachrinne verstopft.

Gladbeck..  Sie haben eine wichtige Funktion für das Kleinklima im Stadtgebiet und sind trotzdem nicht bei allen Bürgern gleichermaßen beliebt: die genau 11 179 Straßenbäume und Einzelbäume im öffentlichen Stadtgebiet. Immer wieder erreichen die Grünflächenunterhaltung des Zentralen Betriebshofes der Stadt Anschreiben oder Anrufe von Bürgern, die sich über verstopfte Dachrinnen durch herabfallendes Laub oder über ein dichtes Blätterdach und dadurch stark beschattete Fenster beschweren. Oft mit der Forderung, die Kronen kräftig zurück zu schneiden, um das Problem zu beseitigen. Einen Vorschlag, den der ZBG – entschieden aber wohlbegründet – ablehnt.

Viele Platanen 1920 gepflanzt

Im Betriebsausschuss ab 18 Uhr am kommenden Montag, 19. Januar, wird der ZBG der Lokalpolitik und der interessierten Öffentlichkeit ausführlich diese Haltung begründen.

Vorgestellt wird dann auch detailliert der Baumbestand nach vorhandenen Arten, wobei Linden (3 492 Exemplare), Ahorn (1 958) und Platanen ( 1 532) am häufigsten im Stadtgebiet vertreten sind. Die Platanen, von denen viele Exemplare bereits in den 1920er Jahren gepflanzt wurden, haben zum Beispiel größere Bestände entlang der Helmut- (33), Hermann- (44), Wittringer- (37), Maria-Theresien- (29), Bülser- (139) und Schwechater Straße (97) und sorgen als mächtige, groß gewachsene Bäume gerade in engeren Straßen für den geschilderten Unmut bei Anliegern.

Der ZBG stellt in der Ausschussvorlage fest, dass alle Straßen- und Solitärbäume (darunter Exemplare auf Schulhöfen, an Kindergärten, an Waldrändern etc.) zweimal jährlich vom Fachpersonal kon-trolliert werden. Anschließend erfolgen erforderliche Facharbeiten wie das Freihalten der Fahrhöhen für Fahrzeuge aller Art, das Entfernen abgestorbener Äste oder das Freischneiden von Gebäuden, falls diese von Ästen berührt werden.

Im Sinne der Bürgerwünsche wurden u.a. für die 1 532 Platanen die Kosten ermittelt, die ein starker Rückschnitt verursachen würde. Demnach benötigt allein eine ideal störungsfreie Ausführung die Gesamtzeit von 523 Arbeitstagen, mit Kosten von mindestens 523 000 bis zu 650 000 Euro, so der ZBG. Zudem wäre der positive Effekt bereits im zweiten Jahr aufgrund verstärkten Astaustriebs mit größeren Blättern hinfällig. Trotz sicher stärkerer Belastung habe zudem jeder Eigentümer rechtlich, laut § 32 des Straßen- und Wegegesetzes, die Einwirkungen von Pflanzungen an öffentlichen Straßen im Sinne des Gemeinwohles zu dulden.