Gladbeck

Wohnen für Behinderte auf Ex-Kirchengelände in Gladbeck

Möchten jungen behinderten Menschen eigenständiges Wohnen auf dem ehemaligen Gelände der Paulus-Gemeinde ermöglichen: Siegfrid Schmitz (re.) und Dietmar Cyrus mit Bauplan an der Roßheidestraße.
Möchten jungen behinderten Menschen eigenständiges Wohnen auf dem ehemaligen Gelände der Paulus-Gemeinde ermöglichen: Siegfrid Schmitz (re.) und Dietmar Cyrus mit Bauplan an der Roßheidestraße.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Gemeinnützige Jugend- und Behindertenhilfe möchte in Gladbeck-Brauck Ambulant-Betreutes-Wohnen für junge behinderte Menschen realisieren.

Gladbeck. An der Roßheidestraße, dort, wo einst die Paulus-Gemeinde beheimatet war und die Glocken der 2013 abgerissenen Kirche schlugen, ist ein großes Bauprojekt geplant.

„Wir wollen mit einem Investor in Brauck ein besonderes Wohnprojekt für junge Erwachsene mit Behinderung realisieren“, sagt Siegfried Schmitz von der gemeinnützigen Jugend- und Behindertenhilfe Gladbeck. Um den geplanten Gebäudekomplex zügig errichten zu können, muss das Gelände noch erschlossen werden. „Hierfür fehlt uns das Geld“, sagt Schmitz, der inständig darauf hofft, ein Bauunternehmen als Sponsor zu finden, das die Erschließungsarbeiten übernimmt.

Ziellauf droht zu stocken

Denn die Stadt als Grundstückseigner habe signalisiert, dass die Erschließung mit kommunalen Mitteln nicht vor 2017/18 möglich sei, so Schmidt weiter. Der ambitionierte Ziellauf von Schmitz und seinen Mitstreitern, kurzfristig auf 1000 qm Grund Wohnraum für 16 behinderte Menschen zu schaffen, damit sich für die jungen Erwachsenen ihr Wunsch nach einer eigenen Wohnung und einer weitgehend eigenständigen und selbstbestimmten Lebensführung erfüllt, droht so zu stocken.

Dabei habe das gemeinnützige Unternehmen, das sich 1993 aus der von betroffenen Eltern gegründeten unabhängigen Selbsthilfegruppe „Frühförderinitiative Gladbeck e.V.“

in 2010 zur „Gemeinnützige Jugendhilfe in Gladbeck“ weiterentwickelte, bereits so viel erreicht. „Wir haben seit Januar vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Betriebserlaubnis, um Ambulant-Betreutes-Wohnen durchzuführen, und junge Erwachsene mit Behinderung in ihren Wohnungen zu unterstützen“. Hilfen wie regelmäßige Hausbesuche zur Unterstützung bei der Haushaltsführung, beim Einkauf, der Eingliederung in den Arbeitsprozess, Behördengängen, Schriftverkehr, Tagesstruktur, Freizeitgestaltung etc. werden ab sofort angeboten. Großes Ziel sei es nun, diesem Betreuungsangebot auch eine Heimat in dem geplanten zweigeschossigen Neubau geben zu können. „Mit angemieteten Büro- und Gemeinschaftsräumen für ambulante Angebote im Erdgeschoss“, so Schmitz.

In einem weiteren Schritt soll noch ein Gebäude entstehen, in das die intensiv betreute Wohngruppe von bislang bis zu sieben Kindern im Alter von sechs bis 14 Jahren von der Luisenstraße an die Roßheidestraße umziehen könnte. Schmitz: „Mit der betreuten Wohneinrichtung könnten wir unseren Traum erfüllen, ein unabhängiges, rundes Angebot für behinderte Kinder über Jugendliche bis zum Erwachsenen zu schaffen.“