Wittringer Ritter haben alles im Griff auf dem Narrenschiff

Sehenswert: Die Tanzdarbietungen der Pinzengarde aus Erkelenz.
Sehenswert: Die Tanzdarbietungen der Pinzengarde aus Erkelenz.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Jecken feierten mit toller Galasitzung ausgelassen den Höhepunkt der Session in der ausverkauften Stadthalle. Gäste aus dem Rheinland begeisterten.

Gladbeck..  Der KC Wittringer Ritter setzte am Samstagabend mit seiner rund fünfstündigen Galasitzung in der Stadthalle ein närrisches Ausrufezeichen. Knapp 450 Gäste erlebten ein Feuerwerk der karnevalistischen Laune, bei dem mehr als 200 Aktive Höchstleistungen für Augen und Ohren boten.

Vorsitzender Toni Blümer, der gleichzeitig als Sitzungspräsident fungierte, hatte nicht zu dick aufgetragen, als er im Vorfeld der Galaveranstaltung angekündigt hatte, die Wittringer Ritter würden beim Programm „ein Schüppe drauflegen“. Zusammen mit Joe Merkens, einem echt „kölsche Jung“ mit entsprechendem (jecken) Künstler-Service, gelang den „Rittern“ unter dem Motto „Alles im Griff auf dem Narrenschiff“ ein sehens- und hörenwertes Bühnenprogramm.

Schon nach dem viel umjubelten Einzug des Stadtprinzenpaares Sabrina und Olaf, die selbst zur Überraschung des Elferrates ihr Kostüm ablegten und eine flotte Sohle aufs Parkett legten, sorgte die aus dem rheinischen Erkelenz angereiste Prinzengarde mit ihren ja schon akrobatischen Tänzen für mitreißende Begeisterung im Publikum. Ähnlich „rheinisch“ präsentierte sich die Stadtgarde Beckum aus dem tiefsten Westfalen, die mit ähnlich professionellen Tanz- und Musikeinlagen die Leute von den Stühlen riss.

Nachdenklicher wurde es, als der „Türmer von der Gladebeke“ in die Bütt stieg und Bürgermeister Ulrich Roland in seiner jecken Paraderolle politisch-satirisch über Stadt und Land sinnierte. Natürlich hatte der Narr aus dem Rathausturm den Blick auf die A 52 geworfen: „Manchmal werden Träume wahr“, so der Türmer und pries den möglich scheinenden längeren Tunnel und den Unterflieger im künftigen A2/A52-Kreuz.

Richtung Berlin, Richtung Bundesverkehrsminister rief der Türmer: „Dobrindt, öffne den Tresor!“ Ganz stolz zeigte sich er sich, dass es an der Gladebeke kein „Gladiga“ gibt – „nein bloß nicht, die sind nicht das Volk“. Der Türmer sinnierte auch über Schalke und di Matteos blauweißen Beton, wobei ein hämischer Seitenhieb auf die abstiegsbedrohten Dortmunder nicht fehlte.

Abwechselung brachten Büttenredner Dirk Küster, Sängerin Yvie und Komödiant Kai Reden ins Programm. Zu später Stunde verstand es die KC-eigene Comedy-Truppe genauso wie die Tanzgarde aus Kerpen, den Saal weiter am Brodeln zu halten. Und gar niemanden hielt es mehr auf den Sitzen, als Markus Becker, Sänger mit Ballermann-Status, nicht nur mit seinem „roten Pferd“ die Stadthalle erschütterte. Bis tief in die Nacht spielte schließlich die Band „Night Sound“ zum Tanz auf.