Getränke
Wird Alkohol bald deutlich teurer?
02.08.2010 | 17:34 Uhr 2010-08-02T17:34:00+0200
Gladbeck.Um gegen übertriebenen Alkoholkonsum und das „Komasaufen“ vorzugehen, bringen Fachleute eine drastische Erhöhung der Alkoholsteuer ins Gespräch. Gladbecker Getränkehändler halten davon wenig.
Von neun Cent auf bis zu einen Euro pro Liter Bier solle die Alkoholsteuer zum Wohl der Gesundheit steigen. Demnach könne ein Kasten Bier bald 20 Euro kosten, so wurde es Medienberichten zufolge jüngst in die Diskussion geworfen.
Die Gladbecker Getränkehändler glauben indes nicht, dass eine derartige Preiserhöhung vernünftig und durchsetzbar sei: „So etwas nimmt niemand von uns ernst“, meint Udo Terdin, der in Gladbeck fünf Getränkefilialen betreibt. Auch sein Kollege Jörg Kopatz vom gleichnamigen Getränkefachgroßhandel sieht eine Erhöhung der Alkoholsteuer nicht kommen: „Das wäre reine Geldmacherei“, meint er.
Vielmehr beobachten die beiden Getränkehändler in den vergangenen Jahren ohnehin einen starken Rückgang des Bierkonsums: „Der Absatz ist in den letzten 20 Jahren um rund 25 Prozent gesunken“, so Terdin. Einige kleinere Brauereien seien diesem sinkenden Bierabsatz längst zum Opfer gefallen. Stattdessen, so Terdin, würde viele seiner Kunden vermehrt auf gesündere Alternativen wie Mineralwasser sowie auf sogenannte Biermischgetränke setzen, die in der Werbung als hip und trendy dargestellt werden: „Das verkauft sich sehr ordentlich.“
Jugendliche besser schützen
Vor allem Jugendlichen sollten die Risiken des Alkoholkonsums aber stärker bewusst gemacht werden: „Generell sollte Alkohol in gleich welcher Form erst ab 18 oder 20 Jahren zugänglich sein“, sagt Jörg Kopatz, der auf die Umsetzung des Jugendschutzes großen Wert legt. Und außerdem: „Wenn das Bier teurer werden würde, dann greifen die Kunden halt zu billigeren Marken.“
Doch wie viel Alkohol ist für erwachsene Menschen eigentlich unbedenklich? Ärztesprecher Dr. Ulrich Heil kennt die Antwort: „Bei gesunden Männern liegt die risikoarme Grenze bei 40 Gramm Alkohol pro Tag. Das sind dreiviertel Liter Bier oder zwei Gläser Wein.“ Frauen vertragen nur die Hälfte (also 20 Gramm). Wer dauerhaft mehr Alkohol konsumiert, erhöhe das Risiko eines Leberschadens deutlich. Mäßiger Alkoholkonsum könne allerdings helfen, das Risiko eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls zu mindern, so der Arzt.
11:57
Dass Getränkehändler gegen Preiserhöhungen auf alkoholischen Getränken sind, ist natürlich. Sie rechnen mit einem Rückgang des Konsums. Dass damit auch die alkoholbezüglichen Schäden zurückgehen würden, ist ihnen egal. Die WHO hat schon vor Jahren veröffentlicht, dass Alkoholprävention nicht mit der Alkoholindustrie zusammen gemacht werden könne.
Wenn die Alkoholsteuern abhängig vom Alkoholgehalt erhoben würden, wäre das Ausweichen auf andere Alkoholika weniger möglich.
Die Einnahmen aus einer Alkoholsteuer sollten zweckgebunden für Rehabilitation und Prävention eingesetzt werden.
Von einem Rückgang des Alkoholkonsums würden alle profitieren. Am meisten die mässigen und Nicht-Konsumenten, die ja die Mehrheit bilden sollen. Sie hätten den geringsten steuerlichen Mehraufwand.
Die Heraufsetzung des Mindestalters ist eine von weiteren wirksamen Massnahmen, wenn sie durchgesetzt würde. Die Durchsetzungsprobleme sind die gleichen, egal bei welchem Alter.
Zu sagen, dass nur die Gefahr eines Leberschadens bei mehr als mässigem Konsum droht, ist natürlich fahrlässig. Schon bei geringen Mengen erhöht sich z.B. das Risiko von Brust- und andern Krebsarten. Bei über 60 verschiedenen Krankheiten gilt Alkohol gemäss WHO als Risikofaktor. Viele Unfälle werden von normalerweise mässig Konsumierenden verursacht. Die vielen Studien, die alkoholpositive Ergebnisse angeben, sind weiterhin mit grosser Vorsicht zu geniessen.
16:24
Sehr geehrter Herr Westernströer. Wer sind die erwähnten Fachleute? Wieso wird von den beiden Fachleuten nicht der Name genannt? Finde ich sehr schwach. Haben wohl Angst die Ex Frauen oder -Männer geben da einen Kommentar ab.
Den Gedanken von Herrn Jörg Kopatz kann ich da schon besser folgen. Nicht nur weil er sich auch mit Namen zu diesem Thema äußert.
12:29
...sinnvoller wäre es, das Flatrate-Saufen zu unterbinden und bereits im Vorschulalter Werte zu vermitteln, Interesse zu wecken, Begabungen zu fördern. Derart geförderte Jugendliche haben keinen Bedarf und Interesse, ihre Zeit totzuschlagen, rumzuhängen und in überzogenem Alkoholkonsum Sachbeschädigung und Randale zu betreiben. DAS ist heute -auch in Anbetracht der Sozialstrukturen- leider der Fall. Das Stadtbild -bundesweit !- und öffentliche Einrichtungen sprechen Bände dazu. Doch unsere Politiker quer durch alle Parteien verlieren sich in realitätsfremde Sonntagsreden...
08:36
Na, hoffentlich!
Es sollte doch nur für die besseren Herrschaften zugänglich sein!