„Wir empfinden Angst und Sorge“

Die Jüdische Gemeinde Gelsenkirchen, der auch Gladbecker angehören, gedachte mit einem Gedächtnisgebet der jüdischen Opfer des Pariser Terroranschlags. Auch im Religionsunterricht diskutierten die Schüler über den Überfall auf den koscheren Supermarkt.

„Die Stimmung in der Gemeinde ist sehr bedrückt“, beschreibt Judith Neuwald-Tasbach, Vorsitzende der Gemeinde, die aktuelle Gemütslage. „Die Ermordung der Menschen in Paris betrifft uns alle sehr persönlich, wir empfinden Angst und Sorge.“ Das Ausmaß an Gewalt sei so groß, „das hätten wir uns nicht vorgestellt“. Schon heute würden sich Jungen und Mädchen der Gelsenkirchener Gemeinde nicht trauen, auf der Straße offen eine Kippa oder einen Davidstern zu tragen: „Die Kinder wollen nicht als Juden erkannt werden, weil sie sich vor Angriffen fürchten.“ Die Polizei passe sich vor der Gelsenkirchener Synagoge der aktuellen Sicherheitslage an: „Wir fühlen uns sehr gut begleitet.“ Trotz aktueller Schockstarre betont die Vorsitzende: „Wir geben nicht auf, leben weiter so wie vorher.“