Win-Win-Situation für alle
22.04.2010 | 17:54 Uhr 2010-04-22T17:54:00+0200
Gladbeck.87 Jugendliche, die in den letzten zwei Jahren am Anstoß-Projekt teilnahmen, konnten in eine Ausbildung vermittelt werden. Bürgermeister Roland dankte Unternehmen für ihre Bereitschaft, den Gladbeckern Schülern eine Chance zu geben.
Mustafa und Marc sind so, wie Jungen mit 16 eben sind: Ein wenig ungelenk vielleicht, etwas unsicher, noch lange nicht erwachsen, aber neugierig aufs Leben und lernmotiviert. Typische Azubis eigentlich. Sind sie ja auch: Bei Seibel & Weyer in Bottrop lernen die beiden Gladbecker den Beruf des Metallbauers. Dass sie dort unter 35 Bewerbern im letzten Jahr das Rennen machten, das liegt sicher an den beiden selbst und ihren ernsthaften Bemühungen um einen Ausbildungsplatz. Es hat vielleicht aber auch ein wenig mit Anstoß zu tun. Denn das Gladbecker Ausbildungscoaching-Projekt hat diese Zehntklässler wie 85 andere, die 2009 eine Lehrstelle fanden, gut vorbereitet auf den Start ins Berufsleben.
„Es sind gute Leute“
Dass es auf der anderen Seite Unternehmen wie eben Seibel & Weyer, aber auch Döllken, RWE, RAG, Borutta, Aldi und die Stadtverwaltung gibt, die den Jugendlichen eine Chance auf eine Berufsausbildung geben, ist ein Grund, ihnen für dieses Engagement und Verantwortungsbewusstsein einmal ausdrücklich Danke zu sagen. Das tat gestern Bürgermeister Ulrich Roland ganz offiziell und überreichte dazu gerahmte Urkunden an die Jugendlichen und ihre Firmenchefs oder Ausbilder.
Wie wichtig es ist, gerade auch Haupt- und Gesamtschülern eine Chance auf dem Lehrstellenmarkt zu geben, betonte der Bürgermeister ebenfalls. Aber es sei auch eine win-win-Situation. Denn „es sind gute Leute“, wies er außerdem auf die Teilnehmer des VGW-Sommercamps hin, aus deren Reihen die Stadtverwaltung jedes Jahr einen Azubi einstelle.
HWK und IHK: Schüler nicht schlecht reden
„Gute Leute“, dem können Katja Lempa (IHK) und Siegfried Wochnik (HWK) im WAZ-Gespräch nur zustimmen. Gerade Hauptschüler würden zu Unrecht „schlecht geredet“ finden die Referenten für Berufsausbildung. Oft zeige sich in der Praxis erst, was sie können und vor allem, dass sie was können. „Auf Schulnoten allein kommt es nicht an“, betont Siegfried Wochnik. Wer wirklich lernen wolle und motiviert sei, der starte in der Ausbildung oft richtig durch.
Ab der achten Klasse können Haupt- und Gesamtschüler am Ausbildungscoaching-Projekt teilnehmen, das mit einer Viertelmillion Euro von der Kruppstiftung gefördert wird. In Workshops und wöchentlichen Veranstaltungen lernen die Schüler nicht nur sich zu bewerben, sondern werden auch in sozialer Kompetenz geschult, erhalten berufliche Orientierung und werden in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt. Das Anstoßbüro befindet sich an der Ecke Lamberti-/Goethestraße, Tel. 319 84 00. E-Mail: anstoss@stadt-gladbeck.de
Dass ein Projekt wie Anstoß aber ganz nützlich sei, dafür den Blick zu öffnen, das bestätigen beide Experten ebenfalls. Und sehen noch einen Vorteil : „Anstoß wird zum Türöffner“, urteilt Katja Lempa. Es spreche sich bei Betrieben herum, dass Teilnehmer Ausbildungscoachingprojekts gut vorbereitet in die Ausbildung gehen.
Gut vorbereitet sein heißt zum Beispiel, die „Beine selbst in die Hand nehmen“, wie es Wolfgang Clement, prominenter Förderer des Gladbecker Projekts, einst sagte. Bäckerei-Azubi Sabrina erklärt das so: „Anstoß hat mir bei Bewerbungen geholfen, aber mir auch Selbstbewusstsein gegeben, so dass ich den Mut gefasst habe und selbst zu Betrieben gegangen bin und mich vorgestellt habe.“
13:30
selbst zu den Betrieben gehen;
genau das ist richtig !!
gut gemacht
sich nicht auf - andere - verlassen
Toll dass es doch noch Betriebe gibt die jungen Leuten die Chance geben
und geben können !
der Verwaltung sind ja leider , von Übergeordnet her
die Hände gebunden.