Wilhelm-Tell-Schützen legen die Armbrust an

Mitglieder und Gäste nahmen am Stauder-Armbrust-Pokalschießen des BSV Wilhelm Tell in Butendorf teil.
Mitglieder und Gäste nahmen am Stauder-Armbrust-Pokalschießen des BSV Wilhelm Tell in Butendorf teil.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim Sommerfest macht der Butendorfer Schützenverein seinem Namensgeber alle Ehre. Mitglieder und Gäste schießen mal nicht mit dem Luftgewehr.

Gladbeck..  Armbrust statt Luftgewehr – unter diesem Motto stand das Sommerfest des Bürgerschützenvereins Wilhelm-Tell in Butendorf. Fast schon traditionell – zum vierten Mal – luden die Schützen in ihr heimeliges Anwesen an der Landstraße ein und ermittelten im Stauder-Armbrust-Pokalschießen ihren Meister.

„Eigentlich“, so sagte die Geschäftsführerin der Wilhelm-Tell-Schützen, Martina Zimmermann, „ist das schon etwas ungewöhnlich.“ Nur einmal im Jahr greifen Mitglieder und Gäste hier zur Armbrust. „Wir schießen schon lieber mit dem Luftgewehr“, wusste Zimmermann. Wie kam es also zum Wechsel des Arbeits- bzw. Sportgeräts? Martina Zimmermann fing an zu grübeln.

„Das ist eine gute Frage.“ Und dann fiel es der Gladbeckerin wie Schuppen von den Augen. „Wilhelm Tell, ist doch ganz klar.“ Der minimale Unterschied war jedoch: Hier wurde nicht auf Äpfel geschossen, die womöglich noch von den Schützenbrüdern auf dem Kopf balanciert werden mussten. Hier wurde selbstverständlich auf Papp-Zielscheiben geschossen. „Das Schießen ist ganz anders. Das Gewehr funktioniert mit Luftdruck und der Rückschlag ist heftiger“, erklärte der Vereinsvorsitzende Reimund Keysberg, der die Armbrust dann auch gleich an den Autor dieses Textes weitergab. Eine Sieben und eine Fünf wurden mit den „Bolzen“ getroffen - möglich gewesen wären 20 Punkte. Keine Meisterleistung, aber immerhin für das erste Mal...

In der Regel hatte jeder Schütze drei Versuche – 30 Punkte waren entsprechend zu erreichen. Nach gefühlt „ewigen Stunden“ stand der Sieger des Armbrust-Schießens dann endlich fest. Silvia Trost (29 Pkt.) setzte sich gegen knapp 200 Teilnehmer im Bürgerschießen durch. Die Silbermedaille gab es für Birgit Hoppejanz (29), noch vor Jürgen Meinzer (28). Dass der Pokal dabei in Gladbeck bleibt, war keine Selbstverständlichkeit.

Regelmäßig probieren sich bei den Wilhelm Tell-Schützen auch Gäste von außerhalb an der Armbrust. „Einmal ging der Pokal nach Osnabrück“, erinnerte sich Zimmermann, die noch weitere Anekdoten parat hatte. „Ein Gast war beim Schießen vor ein paar Jahren so gut, dass er gleich Mitglied geworden ist.“ Und die Geschäftsführerin erinnerte sich auch noch gerne an eine Reise in die Schweiz 2012. In der Alpenrepublik begaben sich die Schützen auf die Spuren ihres Namensgebers: Auf dem Programm standen das Tellspielhaus oder die legendäre hohle Gasse zwischen Immensee und Küssnacht.

Zurück in den Gladbecker Süden: Bei den Vereinsschützen machte ein Männertrio den Sieg unter sich aus. Erster wurde hier Peter Kasper (28). Silber ging an Ernst Reilau (28), vor Gerd Schubert (28). Nach dem Schießen wurde dann endlich gefeiert. Laut- und personenstark: Derzeit umfasst der BSV Wilhelm Tell knapp 120 Schützenbrüder und -schwestern. Ein Nachwuchsproblem gibt es bei den Butendorfern nicht. „Jugendliche kommen gerne zu uns“, so Zimmermann. Ganz „jung“ ist die Gemeinschaft aber doch nicht mehr. „Da geht es uns, wie allen anderen Vereinen – etwa Fußballclubs – auch“, erklärte Mitglied Thomas Heimann (50) mit einem schmunzelnden Blick zu seinen Schützenkollegen.