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Wenig Möglichkeit zur Einschränkung

Muezzin ruft in Butendorf künftig mittags zum Gebet
Ein Drittel der Bevölkerung Gladbecks ist muslimischen Glaubens, daher sieht Bürgermeister Ulrich Roland (M.) in der Einführung des Muezzin-Rufs eine logische Folge der Bevölkerungsentwicklung. Im Bild (v.r.): Kasim Ogan (Imam), Gregor Wirgs (Leiter Ordnungsamt), Nadir Kahraman (Leiter Moscheeverein), Bürgermeister Jürgen Roland, Seycan Yildiz (Frauenbeirat), Figen Güdül-Turpcu (stellv. Vorsitzende des Moscheevereins) mit Sohn Yussuf Efe, Rainer Weichelt (1. Beigeordneter) und Doris Förster (Ausländeramt). Foto: Franz NaskrentFoto: Franz Naskrent

Nach dem Grundgesetz ist die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses unverletzlich und die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet (Art. 4 Abs. 1 u. 2). Das Bundesverfassungsgericht versteht die Religionsfreiheit als vorbehaltlos gewährleistetes Grundrecht, auf das sich auch Muslime beziehen können, wenn sie den Gebetsruf des Muezzin wünschen.

Verfassungs- und Kirchenrechtler Prof. Dr. Stefan Muckel (Uni Köln) sieht auch wenig Möglichkeiten zur Einschränkung. Das im Umfeld der Moschee zu hörende Glaubensbekenntnis dürfe im Regelfall ebenso wenig als eine zum Nachteil der Nachbarn ausgeübte Religionsfreiheit bewertet werden können, wie eine Beeinträchtigung des Grundrechts auf Schutz der Wohnung oder des Eigentums, sagt Muckel. Und das Recht auf körperliche Unversehrtheit könne nur zur Rede stehen, „wenn der Ruf zur Nachtzeit ertönen soll“.

Wird der Gebetruf mit einer Lautsprecheranlage verstärkt, könne es Vorbehalte im Sinne von Lärmbelästigung oder Gefährdung des Straßenverkehrs durch Ablenkung geben. Wenn dies aber durch zeitliche Beschränkungen oder in der Lautstärke (Dezibelgrenzen) geregelt sei, sieht Muckel keine behördliche Handhabe, „um gegen den Ruf vorzugehen“.mes

Der islamische Gebetsruf übersetzt: „Allah ist der Allergrößte. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt. Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist. Kommt her zum Gebet. Kommt her zum Heil. Allah ist der Allergrößte.“

 

Maria Lüning und Marcus Esser

Kommentare
25.03.2015
12:02
Negative Religionsfreiheit
von Anna_Scheufele | #14

Der erste Absatz auf Seite drei vom Artikel betreff Grundgesetz ist sachlich falsch. Es ist nicht so auszulegen dass damit der Muezzinruf erlaubt ist....
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Muezzin ruft in Butendorf künftig mittags zum Gebet
Muezzin ruft in Butendorf künftig mittags zum Gebet
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http://www.derwesten.de/staedte/gladbeck/muezzin-ruft-in-butendorf-kuenftig-mittags-zum-gebet-id10496668.html
2015-03-24 19:49
Gladbeck