Weltmeister-Trikot hängt bald bei Kleimann-Reuer

Bei der Übergabe des WM-Trikots: v.l. Doris Justen-Ehmann, Wilfried Reuer, Sparkassenchef Ludger Kreyerhoff und Wolfgang Reuer.
Bei der Übergabe des WM-Trikots: v.l. Doris Justen-Ehmann, Wilfried Reuer, Sparkassenchef Ludger Kreyerhoff und Wolfgang Reuer.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Brüder ersteigerten das Trikot, das der legendäre WAZ-Sportchef Hennes Justen von DFP-Präsident erhielt. Vom Erlös können Flüchtlingskinder Ferien erleben.

Gladbeck.. Zum ersten, zum zweiten, zum dritten . . . und damit war das WM-Trikot mit den original Unterschriften der deutschen Nationalspieler von 2014 vergeben. An die Brüder Reuer, Wolfgang und Wilfried, die in der WAZ-Versteigerung bei 350 Euro den Zuschlag erhielten.

Und das ist in mehr als einer Hinsicht ein Glückstreffer: Zum einen bleibt das Trikot aus dem Nachlass des im Frühjahr verstorbenen Gladbeckers und Ex-Sportchefs der WAZ, Hans-Josef Justen, somit auf Dauer in Gladbeck. Dass es überhaupt versteigert wurde für einen guten Zweck, dafür hatte Schwester Doris Justen-Ehmann gesorgt, die das Trikot im Nachlass des Bruders fand. Zum anderen erhält es einen besonderen, öffentlichen Ehrenplatz in der Rentforter Gaststätte Kleimann-Reuer: „Hinter Glas, an der Wand neben dem Stammtisch“, erklärt Gaststätten-Chef Wolfgang Reuer. Das sei eine Bereicherung für das traditionelle Haus, erbaut 1904,.

Er ist überzeugt, dass das Trikot für viel Gesprächsstoff unter den Gästen sorgen wird. Nicht nur weil es für jeden Fußballfan als Erinnerung an die für Deutschland ruhmreiche Weltmeisterschaft in Brasilien seinen ganz besonderen Wert hat, oder weil jeder versuchen wird, die Unterschriften zu entziffern und den Spielern zuzuordnen. „Es verbinden sich noch viel mehr Geschichten damit“, ergänzt Bruder Wilfried. Solche über Hennes Justen selbst, der als „toller Sportreporter“, so Reuer, aus der ganzen Welt berichtet hat und von vielen Gladbeckern gelesen wurde. Auch die Tatsache, dass kein Geringerer als DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ihm wenige Monate vor seinem Tod das Trikot beim prominent besetzten Sparkassengeschenkt hat, ist eine weitere Begebenheit, die sich damit verbindet.

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Und schließlich gibt es ja auch noch dieses schöne Ergebnis, das aus der Versteigerungsaktion eine überaus sinnvolle Geschichte macht: Der Erlös, den die Stadtsparkasse großzügig auf 500 Euro aufrundet, kommt Gladbecker Flüchtlingskindern zugute. Der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Mitte kann mit der Spende drei Kindern, die mit ihren Eltern aus der Heimat flüchten mussten, eine zweiwöchige Stadtranderholung auf dem Heidhof in Kirchhellen in diesen Sommerferien finanzieren.

160 Euro pro Kind

„Das freut uns riesig“, sagt Pfarrerin Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup. Denn bislang hat sie zwar schon fünf konkrete Anmeldungen von Flüchtlingskindern, und dazu fünf weitere interessierte Nachfragen, aber noch keine Finanzierungsmöglichkeit gefunden. Je Kind kostet die Teilnahme an der Ferienfreizeit 160 Euro. Weitere Spenden sind übrigens willkommen.