WAZ-Leserbeirat hat sich viel vorgenommen

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„Was machen wir eigentlich als Leserbeirat?“ Gute Frage – und ein gutes Startsignal in die neue Leserbeirats-Runde, die sich am Montagabend zum ersten Mal in der WAZ-Redaktion an der Horster Straße 10 getroffen hat. Zehn Gladbecker – sechs Männer und vier Frauen – aus verschiedenen Stadtteilen und mit unterschiedlichen Interessensgebieten gehören dem neuen Beirat an. Und der erste Abend hat bereits gezeigt: Es gibt viel Gesprächsstoff und vielfältige Themen, die in den nächsten zwei Jahren zur Sprache kommen werden.

Also, was wird dieser Leserbeirat tun? Zum Beispiel wird er die Redaktion auf Themen in der Stadt hinweisen. Klaus Bondzio aus Rentfort-Nord hätte da einiges beizusteuern, merkt er an. Und auch Margarethe Niewerth könnte einige Anregungen geben aus ihrem Engagement im Sozialverband und für Senioren im Stadtteil heraus. Die beiden sind „alte“, beziehungsweise alteingesessene Gladbecker.

Cuma Cetin hingegen ist neu zugezogen und blickt deshalb ganz anders auf die Stadt, die jetzt Lebensmittelpunkt für ihn und seine Familie ist. „Sehr familienfreundlich, viele Sport- und Freizeitaktivitäten“ hat der aus Essen zugezogene Neubürger schon festgestellt. „So saubere Spielplätze gibt es in Essen nicht.“

Die Beiratsmitglieder sollen aber nicht nur Anregungen und Tipps geben, sie dürfen auch Blattkritik üben, was heißt: Sagen, was ihnen gut oder weniger gefällt. Ihre Hinweise dienen der Überprüfung der eigenen Arbeit der Redaktion.

Eine erste Kostprobe gab’s davon auch schon: „Seit die Seitenzahl erweitert wurde, bietet die Lokalausgabe viel mehr Inhalt“, lobt Michael Schneider. „Hoch interessant“ war für Klaus Bondzio die am vergangenen Samstag gestartete Serie über die ehemaligen Gladbecker Zechen. Hans Karwig dagegen ärgern zu viele Bilder auf den Seiten – was sogleich eine längere Diskussion auslöste. „Eine Zeitung ohne Bilder wäre doch langweilig“, sagt Hülya Haack-Yol und bekommt Unterstützung von Christiane Günthör, die gern mit der Fotokamera unterwegs ist und schon so manches Leserfoto an die WAZ schickte.

Auch aktuelle Themen und ihre Umsetzung spielen eine Rolle. Beispiel: Das Attentat auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo und die Auswirkungen auf Muslime in Gladbeck. Aus eigener Betroffenheit können Hülya Haack-Yol und Cuma Cetin dazu sagen: „Wichtig wäre gewesen zu schreiben, wie wir uns fühlen. Wir werden als Muslime schräg angesehen, obwohl wir mit diesen Terroristen nichts damit zu tun haben. Der Koran verbietet zu töten“, beschreibt Hülya Haack-Yol .

Dazu ließe sich noch mehr sagen, und daher kommt schon eine weitere Anregung aus der Beiratsrunde: Könnte die WAZ nicht zu viel diskutierten Themen in der Stadt Diskussionsforen anbieten? Gute Idee - wir kommen drauf zurück.