WAZ-Leser: „Die fahren nicht, die fliegen“

Gladbeck..  Der geplante Blitzmarathon der Polizei nächsten Dienstag bewegt die Gladbecker: Mehr als 80 Bürger machten gestern Vorschläge, wo die Polizei mit Radar und Laserpistole auftauchen sollten, um Rasern Einhalt zu gebieten. Auch WAZ-Leser schlugen Straßen vor.

Manfred Uretschläger meinte am WAZ-Telefon, die Polizei sollte mit ihren „Blitzern“ mal nach Rentfort an die Martin-Luther-Straße kommen. „Sie können sich gar nicht vorstellen, was hier los ist.“ In der kleinen Wohnstraße gelte Tempo 30, aber es werde zu oft viel zu schnell gefahren. „Am schlimmsten ist es morgens, wenn die Mütter ihre Kinder zur Schule fahren und die Martin-Luther-Straße nehmen, um die Ampel an der Ecke Josef-/Hegestraße zu umfahren.“ Auch viele Sportler würden durch die Straße zum BVR-Platz fahren.

Ursula und Lothar Ubais bitten dringend auf die Kiebitzheidestraße in Butendorf: „Das ist wahnsinnig, was hier los ist, die fahren nicht, die fliegen“, ereifert sich das Anwohner-Ehepaar. Viele würden die „Kiebitzheide“ nutzen, um von Land- zur Horster Straße und umgekehrt zu fahren. „Es ist ein Wunder, dass noch nichts passiert ist.“

Auch auf der Landstraße – auf weiten Teilen gilt Tempo 30 – wird offenbar zu schnell gefahren. Michael Guhl, der nah dran am Hauerweg wohnt, meint, da halte sich kaum jemand dran. „Vor allem abends hören wir, wie da Gas gegeben wird.“ Er empfiehlt, mal ab Gartenstraße südwärts zu blitzen, „nicht nur unten am Linnerott“.

Auch zwei Anwohnerinnen der Erlenstraße meldeten sich bei der WAZ. Sie bitten die Polizei, auf den oberen Teil der Erlenstraße, vor der Ampel mit der Buerschen Straße die Laserpistole einzusetzen. „Wenn die Ampel grün zeigt, geben alle Vollgas“, sagt Marlies Haupt. „Das ist manchmal wirklich schlimm, zumal hier auch Schulkinder hergehen, da kriegt man Angst.“ Claudia Hesselmann ergänzt: „Das ist ganz schrecklich, das Fenster können Sie nicht geöffnet halten.“ Sie empfiehlt der Polizei, unauffällig zu blitzen. „Wenn da der Streifenwagen steht, bringt das nichts.“

Karl-Heinz Rückenschmidt schließlich schlägt vor, die Postallee ins Visier zu nehmen. Vor allem den Abschnitt zwischen Hermannstraße und Konrad-Adenauer-Allee. „In nördlicher Richtung sind täglich Raser unterwegs.“

Die Polizei in Recklinghausen spricht einer einer „enormen Resonanz“ auf ihre Anruf-Aktion. 72 Gladbecker hätten Vorschläge gemacht, kreispolizeiweit (Kreis Recklinghausen und bottrop) waren es 489 Bürger.

Die Polizei bewertet nun die Vorschläge und wählt Straßen aus. Am Freitag soll die Liste veröffentlicht werden. Bürger sollen dann am „Blitzmarathon-Tag“, am nächsten Dienstag, an ihrer Messstelle dabei sein