Was sagen junge Leute zur A 52?

Die Diskussion um einen A-52-Komplettausbau hat nach dem WAZ-Forum mit NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) neue Fahrt aufgenommen. Am 6. März ist eine Gladbecker Delegation mit Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) an der Spitze in Berlin, um im Bundesverkehrsministerium Details zu verhandeln.

Von einem möglichen Autobahnausbau ist ja vor allem die jüngere Generation „betroffen“. Die WAZ hörte sich am Samstagabend unter jungen Leuten in der Innenstadt um: Was sagen Sie zur A 52?

Viele junge Wähler sehen es offenbar als problematisch an, dass trotz des Votums der Gladbecker Bürgerinnen und Bürger gegen die A 52 beim Ratsbürgerentscheid im März 2012 der Komplettausbau der Autobahn nun wieder zur Debatte steht. „Die Abstimmung damals war gut, aber es interessiert nicht, was wir Bürger sagen“, meint Konrad Noack (27). Anja Rimböck (22) erklärt: „Das Abstimmungsergebnis fiel doch deutlich aus. Ich bin ebenfalls dagegen. Die Baustelle würde uns als Gladbecker jahrelang treffen.“

„Für die junge Generation wichtig“

Anders sieht es Maurice Walter (23 Jahre): „Für uns junge Leute ist der Ausbau sehr wichtig. Schon jetzt baden wir die Fehler früherer Politik aus. Der Ausbau kommt etliche Jahre zu spät. Warten wir noch länger, wird es schlimmer mit dem Verkehr“, unterstreicht Maurice Walter seine Sicht der A-52-Dinge.

Seine Freundin Ines Kerstan (25) gibt offen zu, dass sie schlichtweg keine Lust mehr auf dieses seit vielen Jahren diskutierte Thema habe. „Über den Ausbau entscheiden Leute, die schon bald in Rente sind. Ja, diese Diskussion ist eine Diskussion der älteren Generation.“

Ganz gleich, ob A 52-Befürworter oder -Gegner, rundum zufrieden, so scheint es, ist die jüngere Generation mit den aktuellen Entwicklungen nicht. „Dieses Beispiel nährt den Boden für Politikverdrossenheit“, sagt Kathrin Weihrauch (29). „Das ist pure Machtarroganz. Ich bin für die Autobahn, doch das demokratische Votum beim Ratsbürgerentscheid war eindeutig. Wir werden es in Zukunft schwierig haben, wenn so etwas nicht mehr zählt“, so die Studentin.

„Die Bürger mit ins Boot zu holen, war wichtig. Ich bleibe aber bei meiner Meinung: Eine neue Autobahn ist nicht verkehrt“, erklärt Lutz Meier (26).

Carlos Gomes ist mit 41 Jahren zwar kein ganz so junger Mann mehr, doch auch er weiß, dass er von einem möglichen Komplettausbau über viele Jahre betroffen wäre. „Eine solche Großbaustelle wäre für alle Beteiligten eine große Anstrengung, die sich aber lohnen würde“, ist sich Gomes sicher. „Von Freunden und aus Erfahrung weiß ich, dass junge Leute sich eher für den Autobahnausbau aussprechen. Für mich persönlich gilt, Autobahn ist immer gut. Gerade hier in Gladbeck sehe ich ein solches Projekt als notwendig an.“