Das aktuelle Wetter Gladbeck 16°C
Umweltausschuss

Vorläufig gibt es keinen Rückschnitt bei Straßenbäumen

20.01.2015 | 18:20 Uhr
Vorläufig gibt es keinen Rückschnitt bei Straßenbäumen
Extra-Rückschnitte an Bäumen wird es vorläufig nicht geben.Foto: Gerhard Schypulla

Gladbeck.  Die Bürger wünschen ihn, der ZBG lehnt ab. Die SPD bittet nun die Verwaltung nebulös um Ideen, wie man zu einer anderen Lastenverteilung kommen kann.

Immer mehr Bürger wünschen einen Rückschnitt von Straßenbäumen, was der Zentrale Betriebshof Gladbeck (ZBG) aus fachlichen, juristischen und vor allem finanziellen Gründen ablehnt (WAZ berichtete). Der Betriebsausschuss der Stadt schloss sich am Montagabend dieser Position an. Zumindest zunächst.

Denn die SPD zeigte sich am Ende nicht ganz zufrieden damit, erkannte unterm Strich doch hohe Belastungen für einen Teil der Bürger durch große und dichte Bäume und plädierte dafür, die „Lasten“, die aus einem dichten Baumbestand an Straßen entsteht, besser auf die gesamte Stadtgesellschaft zu verteilen.

Was sie damit genau meinten, konnten die SPD-Politiker nicht exakt erklären, forderten aber von der Verwaltung und dem ZBG, sich dazu Gedanken zu machen. Zunächst wollte die SPD-Fraktion dazu einen entsprechenden Antrag mit einem Arbeitsauftrag an die Verwaltung stellen, änderte dies nach einigem Unverständnis, der in der Ausschussrunde formuliert wurde, in eine „Anregung“ um.

Ausschussvorsitzender Klaus Omlor (SPD) sagte, die Akzeptanz der Anwohner zu Bäumen müsse gesteigert werden, andererseits müssten die Sorgen der Bürger ernst genommen werden. SPD-Ratsherr Wolfgang Wedekind formulierte, es müsse ein Konzept her, dass die Lasten der Bäume, von denen alle profitieren, sozialer und gerechter auf alle Teile der Bevölkerung umgewälzt werden müssten.

Kommentar
Rumgeeiere um Baumschnitt

Rumgeeiere, nichts anderes, war das, was die SPD da im Betriebsausschuss an den Tag legte: Statt Ja zum Baumschnitt zu sagen, den sie wahrscheinlich will, kommt sie mit einer ominösen „Lastenverteilung“ daher, von dem keiner weiß, was das in dem Zusammenhang sein soll.

Man hat den Eindruck, auch die SPD weiß das nicht. Klare und überzeugende Argumente sehen anders aus. Die Verwaltung wird kaum ihr eigenes, überzeugendes Nein zum Schnitt aus nebulösen „Gerechtigkeitsgründen“ drehen. Solange die Sozialdemokraten nicht sagen, was sie wollen, wird sich an dem Nein zum Baumschnitt nichts ändern – und „baumgeplagten“ Bürgern nicht geholfen. GM

Auch ein Beschnitt der Bäume könne dazu gehören, das sei kein Widerspruch zu dem Image der Gartenstadt, das Gladbeck durch seine vielen Bäume, allein fast 12 000 Straßenbäume, genieße. Omlor: „Das muss ja nicht der finale Schnitt sein.“ Omlor wollte die „Anregung“ aber nicht auf den Baumbeschnitt reduzieren lassen, wie er nach der Sitzung gegenüber der WAZ erläuterte. Vielleicht gebe es ja noch andere Ideen in der Verwaltung.

Der ZBG hatte in der Sitzung betont, dass ein regelmäßiger Rückschnitt nur der Platanen und Silberlinden alle fünf Jahre zwischen 600 000 und 700 000 Euro koste. Strecke man dies auf fünf Jahre, bedeute dies, rechnete Wedekind vor, ein Plus von 120 000 bis 150 000 Euro pro Jahr bei einem Pflegeaufwand, der ohnehin bei rund 1 Mio Euro liege. Am Ende blieb es dabei, dass nicht zurückgeschnitten wird, die Verwaltung aber über Veränderungen nachdenken soll.

Georg Meinert

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Härtestes Ballonrennen der Welt
Bildgalerie
Gordon Bennett Race
Festival auf der Wiese
Bildgalerie
WDR2 für eine Stadt
Gladbeck feiert den Sieg
Bildgalerie
WDR 2 Sommer Open Air
Neue Galerie Gladbeck
Bildgalerie
Ausstellung
article
10257297
Vorläufig gibt es keinen Rückschnitt bei Straßenbäumen
Vorläufig gibt es keinen Rückschnitt bei Straßenbäumen
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/gladbeck/vorlaeufig-gibt-es-keinen-rueckschnitt-bei-strassenbaeumen-id10257297.html
2015-01-20 18:20
Gladbeck