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Von Foto mit Hitlergruß geschockt

20.12.2010 | 17:17 Uhr
Von Foto mit Hitlergruß geschockt
Josef Dehling, Leiter der Feuerwehr Gladbeck. Foto: Ulla Michels

Gladbeck.Der WAZ wurde anonym ein Foto zugeleitet, das Mitglieder der Jugendfeuerwehr Gladbeck bei einer Ferienfreizeit in Österreich zeigt: Auf dem Balkon eines Jugendhotels zeigen sie mit ausgestrecktem rechten Arm den Hitlergruß.

Unmittelbar nach Vorliegen des Bildes informierte die WAZ Feuerwehr-Chef Josef Dehling über das Foto. Gleichzeitig nahm die WAZ mit Feuerwehr-Pressesprecher Uwe Rath Kontakt auf, der bei der besagten Ferienfreizeit im Juli 2008 einer der sieben mitreisenden Betreuer war. Uwe Rath erklärte, er kenne dieses Foto nicht; tatsächlich seien darauf Mitglieder der Jugendfeuerwehr an der besagten Ferien-Örtlichkeit in Wagrain (Österreich) zu sehen.

Am Montag traf die WAZ dann Feuerwehr-Chef Josef Dehling in der Wache an der Wilhelmstraße; Josef Dehling hatte auch Eltern, beteiligte Jugendliche, Stadtsprecher Peter Breßer-Barnebeck und Dr. Guido Hüpper, Leiter des Rechtsamtes, zu diesem Gespräch dazugebeten. Josef Dehling, der sich bereits am Freitag schockiert und bestürzt über die Existenz eines solchen Bildes gezeigt hatte, bestätigte, dass auf dem Bild Mitglieder der Jugendfeuerwehr zu sehen seien.

KOMMENTAR
Glaubwürdig

Die WAZ verzichtet an dieser Stelle ausdrücklich auf Namen von beteiligten Jugendlichen und auch auf das ihr am Freitag anonym zugeleitete Hitlergruß-Ferienfoto – vor allem, um die beteiligten Gladbecker Jugendlichen zu schützen.

Anzuerkennen ist: Feuerwehr-Chef Josef Dehling reagierte schnell und angemessen auf das Vorliegen dieses Bildes. Und die am Montag im Pressegepräch angekündigte umfassende Aufarbeitung des Vorgangs wirkt glaubwürdig. Ebenso glaubwürdig reagierten beteiligte Jugendliche und deren Eltern, mit denen die WAZ am Montag sprach.

Anzumerken bleibt aber auch: Der anonyme Zusender versucht, das schockierende Hitlergruß-Bild und das äußerst sensible Thema Rechtsextremismus zu instrumentalisieren, um in der laufenden Auseinandersetzung um den Löschzug Mitte in der Öffentlichkeit Punkte zu machen. Das ist und bleibt menschlich gesehen äußerst fragwürdig – zumal es in diesem Fall vor allem um junge Gladbecker geht.

Der Feuerwehr-Chef: „Zu so einem Foto hätte es nie kommen dürfen. Wir haben am Wochenende Jugendliche und Eltern sofort zu einem Treffen zu diesem Thema eingeladen. Alle Beteiligten sind sich der Tragweite ihres Handelns bewusst.“ Das Foto von den Jugendlichen ist laut Josef Dehling in einem Augenblick aufgenommen worden, als keiner der Betreuer zugegen war. Einer der Jugendlichen sei - so bestätigten es auch direkt Beteiligte im gestrigen Pressegespräch - auf die Idee zu diesem Bildmotiv gekommen.

„Eine unüberlegte Einzelaktion“

Dehling: „Es war eine unüberlegte Einzelaktion. Ich stelle ausdrücklich fest, dass die Jugendfeuerwehr Gladbeck kein Ort ist, an dem rechtsextremes Gedankengut geduldet wird. Ich kann ausschließen, dass die Feuerwehr Gladbeck ein Ort ist, an dem rechtsextremes Gedankengut zuhause ist. “

Dehling kündigte gleichzeitig an, dass es nun gelte, diesen Einzelvorfall offensiv und möglichst umfassend aufzuarbeiten. So werde es unter anderem für die Jugendfeuerwehr einen verpflichtenden Vortrag zum Thema Rechtsextremismus geben. Die Jugendlichen seien sich völlig im Klaren darüber, „dass sie da richtig Mist gebaut haben“. Sie seien durch die anonyme Weiterleitung des Bildes schon jetzt bestraft.

Auf dem anonym an die WAZ weitergeleiteten Bild ist laut Josef Dehling derjenige Jugendliche, der auf die Idee zu dem Foto kam, auf der linken Seite des Bildes abgeschnitten worden. Er sei wegen anderweitigen Fehlverhaltens im Dienst nicht mehr Mitglied der Jugendfeuerwehr; und er sei im Juli 2008 der Einzige gewesen, der vor Ort Interesse daran bekundet habe, die Bild-Datei zu erhalten. Die Original-Datei sei von dem Besitzer der Fotokamera gelöscht worden.

Allen Beteiligten war im Pressegespräch am Montag die Betroffenheit über diesen Vorgang in jeder Sekunde anzumerken. Josef Dehling und weitere Gesprächspartner betonten mehrfach, dass ein offensiver Umgang mit dem Thema die einzig angemessene Vorgehensweise sei.

Michael Bresgott

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