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Geschichte der B 224

Von der Verbandsstraße zur A 52

23.12.2011 | 18:34 Uhr
Von der Verbandsstraße zur A 52
Bevor die B 224 gebaut wurde, gab es - hier ein Foto aus den 30er Jahren - die Schützenstraße vor Freibad und Stadion.

Gladbeck. Die Ursprünge der B 224 reichen in die 20er Jahre zurück. Dort, wo heute Gladbecks am stärksten frequentierte Straße verläuft, lag zuvor landwirtschaftliche Fläche oder einfach Brachland. Mit der Errichtung der Volkserholungsstätte in Wittringen sollte sich das nachhaltig ändern.

Parallel zum Bau von Freibad und Vestischer Kampfbahn, 1928 eröffnet, wurde dorthin die Schützenstraße als Allee stadtauswärts verlängert. Bis dahin war sie lediglich eine Zuwegung zum Kotten Wissing, der – mindestens ab 1870 – etwa in Höhe der Harsewinkelstraße lag, die schon existierte. Im Süden querte die verlängerte, neue Schützenstraße die Bohmertstraße, die von Butendorf nach Ellinghorst führte, und ging automatisch in die Phönixstraße über, die bereits als Zechensiedlung für die Bergleute auf Moltke 3/4 entstanden war. Noch heute heißt die Parallelfahrbahn zur B 224 vor dem Freibad offiziell Schützenstraße.

Die erste bauliche Veränderung gab es Mitte bis Ende der 30er Jahre, als die Reichsautobahn gebaut wurde. Um sie an die Innenstadt anzuschließen, wurde eine neue Straße von der Autobahnabfahrt gebaut und auch bereits, so heißt es in den Annalen, eine neue, zweispurige Fahrbahn neben der bisherigen Schützenstraße errichtet. Richtung Süden war die „Verbandsstraße“ sogar als neue Verbindung Richtung Essen weitergebaut worden (bislang musste man über Brauck und Horst oder über Bottroper Straße und Bottrop nach Essen). Nach Norden schuf man über den weiteren, alten Verlauf der Schützenstraße eine weitere „Verbindung“ nach Buer: Vor dem Bahnhof West baute man - rechts abknickend - eine neue Straße („Vestische Straße“), die heutige Konrad-Adenauer-Allee (die nur auf einem kurzen Stück zwischen Lange- und Voßstraße als Krusestraße existierte). Bei Puls-Rosör stieß sie jenseits der Stadtgrenze auf die dortige Gladbecker Straße und bot Anbindung nach Buer.

Nach dem Krieg und mit zunehmenden Verkehr wollte man die eher innerstädtischen Straßen entlasten: Eine neue Trasse wurde ab heutiger Ecke Schützenstraße in Richtung Nordost als neue Verbandsstraße (bald Bundesstraße 224) geplant: In einem ersten Ausbauschritt realisierte man sie kreuzungsfrei und in Tieflage südlich an der Innenstadt vorbei über Brach- und Gartenland. Sie endete zunächst an der Erlenstraße, wobei der Verkehr provisorisch über Erlenstraße und Buersche Straße nach Buer geleitet wurde.

Erst 1965/66 wurde die B 224 ab Erlenstraße weitergebaut - durch Ackerland. Hier allerdings bereits vierspurig (später auch auf dem südwestlichen Teil). Erlenstraße und Schürenkampstraße wurden dadurch abgebunden. In der 70er Jahren wurde die B 224 auf buerschen Gebiet autobahnmäßig ausgebaut, erst vor wenigen Jahren erfolgte aber die Umbenennung in A 52 bis zur Stadtgrenze.

Die Trasse der B 224 ist etwa 4,5 Kilometer lang. Im Nordöstlichen Teil ist sie namenlos, im südlichen Teil ab Schützenstraße heißt sie Essener Straße. Seit den 80er Jahren, nach dem Ausbau in Buer, wird über einen autobahnmäßigen Ausbau mit Tunnel zur A 52 diskutiert.

Georg Meinert

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Kommentare
23.12.2011
22:22
Abstimmung über das "dreckige Dutzend"?
von RalfMichalowsky | #2

Ab 2012 soll es noch ein Dutzend Jahre dauern, bis der letzte Bagger aus unserer Stadt abtransportiert wird, der für den Ausbau der Autobahn A52 quer durch Gladbeck gebraucht wurde.

Zwölf dreckige Jahre, weil vier Jahre lang die Autobahn auf Bottroper Gebiet gebaut wird. Weitere vier Jahre soll die Aufstockung des Autobahnkreuzes in Wittringen um eine dritte Ebene dauern. Und in den letzten vier Jahren soll dann in Gladbeck ein Tunnel von 1,5 km Länge mit einem Autobahnzubringer oben drauf gebaut werden - und jede Bauverzögerung wird Gladbeck noch länger zur Megabaustelle machen.

Insgesamt also mindestens 12 dreckige Jahre, weil sie mit ungeahnten Staus auf der Baustellenstrecke und mit noch nicht absehbarem Umleitungsverkehr über die Land-, die Horster-, die Bergmann-, die Wilhelm-, die Schützenstrasse und die Konrad-Adenauer-Allee einhergehen werden.

Der Bürgermeister macht Druck, er will schon am 12. Jan. 2012 im Rat der Stadt Gladbeck über die Einleitung eines Ratsbürgerentscheids abstimmen lassen, dabei wird schon jetzt mit gezinkten Karten gespielt. Bisher sind die Bürger nicht über die immensen Nachteile der Vereinbarung mit Land und Bund informiert worden, die da sind:

Erste gezinkte Karte
Der Ausbau der B224 zur Autobahn A52 auf Bottroper Gebiet (1. Ausbaustufe) sieht keinen direkten Anschluss des Gewerbegebietes Brauck vor. Nur wenn man bis Ostermann in Bottrop fährt, kommt man über einen kilometerweiten Umweg zu dem Gladbecker Gewerbegebiet.

Zweite gezinkte Karte
Das Autobahnkreuz wird in der 2. Baustufe mit einer dritten Ebene noch einmal um 12 Meter höher (Oberkante LKW). Der Wittringer Wald wird als Erholungsgebiet deutlich entwertet. Die Anwohner der Brokampsiedlung werden einer immensen Geräuschimmission ausgesetzt und zwar Tag und Nacht, weil die A52 dann eine Transitautobahn ist, mit einem um fast 100 % höheren Verkehrsaufkommen als heute.

Dritte gezinkte Karte
Auf dem jetzt ausgehandelten Tunnel wird es einen Autobahnzubringer geben, der zu beiden Tunnelenden und den dortigen Ein- und Ausfahrten führt. Das wird mit bis zu 10.000 Fahrzeugbewegungen eine der meistbefahrenen Straßen Gladbecks. Auf der vorgelegten Planung wird dort aber überwiegend Grünfläche gezeigt und der Autobahnzubringer „Stadtallee“ genannt. Fahrbahnen sind kaum sichtbar. Ehrlich geht anders!

Vierte gezinkte Karte
Erst in acht Jahren soll in Gladbeck Baubeginn sein. Bis dahin sind aber andere Fakten gesetzt: Die Autobahn A52 ist von der A42 (Emscherschnellweg) bis zur A2 fertig und das Autobahnkreuz hat die dritte Ebene, den 20 Meter hohen Überwurf um die explodierenden Verkehrsmassen aufnehmen zu können.

Fünfte gezinkte Karte
Wenn im März 2012 ein Bürgerentscheid zu einem negativen Ergebnis für den Autobahnbau kommt, gilt der Beschluss für Gladbeck. Natürlich!
Aber was ist, wenn sich aufgrund der gesetzten Fakten (s.o.) die Verhandlungspositionen verschieben und sich Land und Bund mit Kosten- und Sachzwangargumenten nicht mehr an die Vereinbarungen aus 2011 halten?
Gladbeck ist dann auf Gedeih und Verderb vom guten Willen der Verhandlungspartner abhängig.
Es ist durchaus möglich, dass dann von einem Tunnel keine Rede mehr ist, denn an einen Ratsbürgerentscheid in Gladbeck sind weder Land noch Bund gebunden.

Sechste gezinkte Karte
Kein Wort wird darüber verloren, dass neue Autobahnen auch neuen (zusätzlichen Verkehr) anziehen. In unserem Fall sagen die Verkehrsprognosen, dass es zu einer Steigerung von fast 100 % kommt. Statt 35.000 Fahrzeugen, werden dann etwa 70.000 PKW und LKW durch die Stadt donnern.

Fazit
Vor der Einleitung eines Bürgerentscheids muss zunächst in vollem Umfang über das Verhandlungsergebnis informiert werden und zwar mit allen, auch den negativen, Auswirkungen. Erst dann kann über einen Abstimmungstext beraten werden, der auf keinen Fall nur den Tunnel der erst in acht Jahren gebaut werden soll und die Minimalbeteiligung Gladbecks mit 2 Mio. Euro beinhalten kann.

In diesem Sinne wünsche ich allen Gladbeckern für 2012 keinen klaren Kopf und auf dieser Grundlage eine sichere Hand beim Kreuzchenmachen beim Bürgerentscheid gegen die A52.

Ralf Michalowsky, MdL

23.12.2011
20:38
Von der Verbandsstraße zur A 52
von festus04 | #1

Wenn ich diese Aufnahme sehe ,einfach nur Klasse. Das Stadion mit dem danebenligenden Freibad und dem alten Sprungturm eine Augenweide. Wer das veranlasst hat diesen Sprungturm abreissen zu lassen, der hat in meinen Augen nichts gutes getan. Mal sehen wenn das Autobahnkreuz und die Bahn realisiert sind, und bei dem zu erwartenden Lärm, überhaupt noch Badegäste im Freibad zu sehen sind.

1 Antwort
Von der Verbandsstraße zur A 52
von ichliebekoenigsblau | #1-1

wurde am Montag, den 19.12.

alles öffentlich erklärt

und ist auf der HP der Stadt GLA
zu lesen ,
wenn man will ;
stand auch in dieser Print zu lesen ;

Angebot zum Ausbau der B 224 zur A 52
Informationen zur A 52
und andere
nur mal des öfteren dort - aufblättern - ! nur ne Empfehlung

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