Von den Bayern eine Scheibe abschneiden

Ist Ihr Aufräum-Job fürs TV eigentlich anstrengend?

Frank Rosin: Auf jeden Fall. Ich habe bis jetzt rund 65 Restaurants besucht, das steckt man nicht so leicht weg. Jedes Mal muss ich von jetzt auf gleich in ein fremdes Leben springen. Die Wirte erzählen mir alle ihre Probleme. Die sehen mich als Notnagel, das ist Stress pur, ja, die saugen mich förmlich aus.

Wo hakt’s bei ihren Sorgenköchen?

Es ist das falsche Konzept, zudem sind’s die Finanzen, alles investiert, das Geld ist weg, die Kapitalprobleme da. Übrigens haben 90 Prozent der Menschen in der Gastronomie diese nicht gelernt. Ich warne davor, denn wenn man es nicht lernt, kann man untergehen. Der früher vielleicht gültige Spruch „Wer nichts wird, wird Wirt“ ist heute ein Trugschluss.

Muss sich die Gastronomie in der Region verstecken?

Nein. Aber wir können von den Bayern lernen. Das „Mia san Mia“ – davon sollten wir uns eine Scheibe abschneiden. Eine gute Kombination ist das Motto Tradition trifft Innovation. Dazu gehört, dass wir mutig und authentisch sein müssen. Ein Restaurant sollte im Kontext des Ruhrgebiets stehen. Denn eins ist klar: Wir sind eine starke Region und sollten keine Angst haben, dies nach außen zu kommunizieren.

Stehen Fast-Food und Slow-Food noch auf Kriegsfuß?

Ach was, das ist doch scheißegal. Hauptsache gesund essen, die Nahrungsmittelkette muss stimmen.